Spiegel: MobilCom-Schmid ohne Mehrheit in Hauptversammlung
In der Hauptversammlung des angeschlagenen Telekomunternehmens am 27. Januar kann der Unternehmensgründer nach einem Bericht des Spiegel nicht mit einer Mehrheit rechnen.
In der Hauptversammlung des angeschlagenen Telekomunternehmens MobilCom am 27. Januar kann Unternehmensgründer Gerhard Schmid nach einem Bericht des Spiegel nicht mit einer Mehrheit rechnen. Der wegen umstrittener Aktiengeschäfte unter Untreueverdacht stehende Schmid hatte seinen Treuhandvertrag mit Ex-RTL-Chef Helmut Thoma gekündigt und auf den Wirtschaftsprüfer Otto Gellert übertragen, weil Thoma angeblich zu wenig gegen die Zerschlagung des Büdelsdorfer Unternehmens getan habe.
Er gehe davon aus, dass Gellert auf der Hauptversammlung die mit seinem MobilCom-Anteil von 42 Prozent verbundenen Stimmrechte ausüben werde, hatte Schmid gesagt. Allerdings sei ein Großteil des Aktienpakets wegen Schulden in Höhe von rund 300 Millionen Euro bei Banken verpfändet. Diese aber weigerten sich, die Stimmrechte an jemand anderen als Thoma zu übertragen, schreibt Der Spiegel.
Zusammen mit dem Aktienpaket des ehemaligen MobilCom-Partners France Tèlècom dürfte die Fraktion um den designierten Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Vogel, Helmut Thoma und MobilCom-Chef Thorsten Grenz somit über eine ausreichende Mehrheit bei der Hauptversammlung verfügen und ihren Sanierungskurs durchsetzen. Schmid lasse von Juristen prüfen, ob die Haltung der Banken rechtmäßig ist, schrieb der Spiegel.
Am vergangenen Dienstag hatte das Amtsgericht Schleswig den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Ripken abberufen, der als Vertrauter Schmids galt. Ob der Aufsichtsrat noch vor der Hauptversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen wird, ist unklar. Sowohl die Bundesregierung als auch MobilCom-Großaktionär France Télécom hatten darauf gedrängt, dass Vogel die Aufgabe übernimmt. Sie können jedoch die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht auf ein bestimmtes Wahlverhalten verpflichten. (dpa)/ (cp)