Warum jetzt erst Glasfaser?
Warum kam eigentlich nicht schon früher das High-Speed-Internet über Glasfaser statt Kupferlitze? Was war damals das Problem?
Warum kam eigentlich nicht schon vor 20 bis 25 Jahren das High-Speed-Internet über Glasfaser statt Kupferlitze? Zu dieser Zeit wohnte ich in Görlitz und nach der Wende hatte die Telekom ISDN per Glasfaser in die neuen Länder gebracht. Mit der Einführung von DSL gab es die schnellen Verbindungen aber nur per Kupferkabel. Was war damals das Problem? Warum hat man die Glasfaser nicht fürs Internet verwendet?
Als man in den Neunzigern HYTAS-Anschlüsse (Hybrides Teilnehmer-Anschlusssystem) baute, konnte man den Internetboom mit hohen Datenraten noch nicht absehen. Die Technik nutzt zwar Glasfaser, die aktiven Komponenten sind jedoch nur darauf ausgelegt, Analog- und ISDN-Anschlüsse zu schaffen. HYTAS-Netze waren insgesamt nicht in der Lage, schnelle Datenanschlüsse für eine große Anzahl von Endkunden bereitzustellen.
Das lag aber nicht an den verwendeten Glasfasern, sondern an der eingesetzten aktiven Technik. In den frühen 2000ern fehlte günstige Hardware, um HYTAS-Glasfaser-Anschlüsse auf Breitbandanschlüsse in der damals gängigen ATM- oder heute üblichen IP-Technik umzurüsten. Es gab zwar ab 2007 einige erfolgreiche Versuche, bei denen nicht genutzte Fasern aus der HYTAS-Verkabelung für damals noch neue Keller- und Outdoor-DSLAMs, also zur Bereitstellung schneller DSL-Anschlüsse genutzt wurden, aber noch keinen Ausbau von Endkundenanschlüssen.
Erst ab 2009 hat die Telekom das heute verbreitet eingesetzte GPON (Gigabit Passive Optical Network) auf den vorhandenen Fasern getestet und dort, wo sie bis ins Haus gehen – und nicht nur bis in den Unterflurbehälter auf der Straße – auch auf modernere Technik umgerüstet. Kollege Ernst Ahlers hat über die ersten Versuche berichtet.
(amo)