Internet-Auskunft der Telekom unter Beschuss
Die Telekom-Tochter DeTeMedien biete die Internet-Auskunft kostenlos, Konkurrenten mĂĽssten an die Telekom fĂĽr die Daten zahlen, kritisiert der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft.
Der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, eco, hat der Deutschen Telekom "wettbewerbsschädliches Verhalten" bei ihrer Internet-Auskunft vorgeworfen. Der Ex-Monopolist missbrauche bei der Telefonauskunft im Internet seine marktbeherrschende Stellung, um private Anbieter wie Telegate oder Klicktel zu behindern, erklärte eco. Die beiden Firmen bieten im Internet nur die Suche nach Firmeneinträgen kostenlos an; Klicktel verlangt für die Suche nach den Telefonnummern privater Nutzer Geld, Telegate hatte die Online-Auskunft für Privatnummern zum Jahresende 2001 komplett eingestellt.
Die Telekom-Tochter DeTeMedien dagegen bietet im Internet kostenlos ihre gesamten Auskunftsdaten, erklärt der Verband, die Konkurrenten müssten der Telekom aber für eben diese Daten 14 Cent pro Nutzung zahlen. Bei einem geschätzten Auskunftsbedarf von 500 Millionen Anfragen jährlich (für Internet- und Telefonauskunft) könne sich der Schaden für die privaten Anbieter auf rund 350 Millionen Euro summieren. "Hier geschieht eine Quersubventionierung zu Lasten des Wettbewerbs und damit längerfristig der Verbraucher und der Wirtschaft", empört sich Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbandes.
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post müsse einschreiten, verlangte Summa. "Das Verhalten der Deutschen Telekom zielt eindeutig darauf ab, den regulierten telefonischen Auskunftsmarkt zu zerstören." Die Telekom habe bei Auskunftsdiensten immer noch einen Marktanteil zwischen 65 und 70 Prozent, meinte der Verband. (jk)