Formel 1: Schumacher ist raus, Hülkenberg zurück

Das wochenlange Gezerre um einen neuen Vertrag für Mick Schumacher ist beendet. Haas ersetzt ihn ab der kommenden Saison mit Nico Hülkenberg.

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Mick Schumacher

Seit 2021 fährt Mick Schumacher in der Formel 1. Zuvor hat er WM-Titel in Formel 3 und Formel 2 geholt.

(Bild: Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0)

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Über Wochen zog sich die Personalie Mick Schumacher durch die Gerüchteküche. Spätestens seit der vergangenen Woche deutete sich an, was nun Gewissheit wurde: Das Haas Team hat sich gegen einen neuen Vertrag mit Mick Schumacher entschieden. Nach zwei Saisons mit insgesamt mäßigen Resultaten ist für den Deutschen damit zumindest vorerst Schluss. Ersetzt wird er durch Nico Hülkenberg.

Das Ende kam nicht überraschend. Schumacher wurde insbesondere in der laufenden Saison von seinem Team immer wieder kritisiert. Er war in den Nachwuchsserien sehr erfolgreich, in der Formel 1 aber hat er sein zweifelsfrei vorhandenes Talent zu selten durchblitzen lassen. Lange wurde ihm auch in der Presse eine steile Lernkurve und eine gewisse Unerfahrenheit zugutegehalten, wenn seine Ergebnisse beurteilt wurden. Doch irgendwann müssen Resultate folgen. Dazu gehört, den eigenen Teamkollegen mit gleichem Material, das in den vergangenen Jahren kaum für Punkteränge gut genug war, hinter sich zu lassen. So war es für die Karriere von Mick Schumacher sicher nicht förderlich, dass Kevin Magnussen im zweiten Haas insgesamt die besseren Resultate einfuhr.

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Bei Haas ist Schumacher Vergangenheit: "Gleichwohl wir entschieden haben, in Zukunft getrennte Wege einzuschlagen, wünscht das ganze Team Mick alles Gute für die nächsten Schritte in seiner Karriere", sagt Haas-Teamchef Günther Steiner. Er habe sich als Fahrer bei Haas weiterentwickelt. Genützt hat es ihm letztlich nichts. Ein Stammplatz in der Formel 1 bekommt Schumacher in der Saison 2023 nicht. Mit etwas Glück kommt er als Ersatzfahrer bei Mercedes unter, was zumindest einen Vorteil bedeuten könnte: Er bleibt im Rennen und mit dem aktuellen Stand in der Formel 1 vertraut.

Für Nico Hülkenberg dürfte das Comeback einigermaßen überraschend kommen. Nach seinem Aus bei 2019 bei Renault hatte er kein Cockpit ergattern können, war jedoch als Ersatzfahrer unter anderem für Sebastian Vettel beim Saisonauftakt 2022 unterwegs. Wie sein neuer Teamkollege Magnussen ist auch Hülkenberg sehr erfahren. Zwischen 2010 und 2019 fuhr er in der Formel 1, auch mangels konkurrenzfähiger Autos allerdings bislang nie aufs Podium. Das dürfte auch mit seinem neuen Arbeitsgerät nicht ganz einfach werden. Denn Haas ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, Anschluss an das Mittelfeld zu bekommen. Dass Kevin Magnussen bislang trotzdem immerhin 25 WM-Punkte einsammeln konnte, ist ein Kompliment an den Fahrer, der aus den bescheidenen Möglichkeiten das Beste gemacht hat. In dieser Hinsicht muss Mick Schumacher aufholen, wenn er wieder einen Stammplatz bekommen sollte. Für die Saison 2023 ist das so gut wie ausgeschlossen, danach durchaus nicht. Denn an den fahrerischen Qualitäten von Mick Schumacher zweifelt eigentlich kaum jemand.

(mfz)