SAP gibt sich in Zukunft bedeckt

Nach zahlreichen Korrekturen im vergangenen Jahr will der Walldorfer Softwarehersteller SAP seine Geschäftsprognosen künftig weniger präzise halten.

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  • dpa

Der Walldorfer Softwarehersteller SAP will seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2003 weniger präzise halten als bislang. Das Unternehmen könne den Markt nicht ganz ohne Prognose lassen, allerdings werde der Ausblick weniger konkret ausfallen als dies im vergangenen Jahr der Fall war, sagte SAP-Chef Henning Kagermann am Montag der Nachrichtenagentur dpa-AFX am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

SAP will seine endgültigen Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2002 an diesem Donnerstag (30. Januar) in Frankfurt vorlegen. Bereits Anfang Januar hatte der Konzern seine Eckdaten mitgeteilt, wonach im vierten Quartal mit einem Softwarelizenz-Umsatz von 950 Millionen Euro zu rechnen ist. In Aussicht gestellt wurde, den Gesamtumsatz aus dem Jahr 2001 von 7,34 Milliarden Euro leicht zu übertreffen. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 581 Millionen Euro.

Die operative Marge soll demnach -- ohne BerĂĽcksichtigung der anteiligen Kosten fĂĽr aktienbezogene VergĂĽtungsprogramme sowie akquisitionsbedingter Aufwendungen -- um mindestens einen Prozentpunkt ĂĽber dem Vorjahreswert von 20 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr war SAP gezwungen, seine Umsatzprognosen mehrfach nach unten zu revidieren.

Analysten rechnen damit, dass der Weltmarktführer für betriebswirtschaftliche Standardsoftware im ersten Halbjahr 2003 keine großen Umsatzsprünge machen wird. Kagermann hatte dagegen Ende vergangenen Jahres erklärt, er rechne mit einem Aufwärtstrend in der Softwarebranche im zweiten Halbjahr 2003.

Den pessimistischen Ausblick einiger Kollegen auf die Entwicklung der Technologiebranche teile er nicht, sagte Kagermann in Davos. "Wir müssen eine Nachfrage schaffen." Es reiche nicht, darauf zu warten, dass sich die Wirtschaft wieder erhole. SAP werde deshalb verstärkt auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Kunden eingehen. Die Lizenzumsätze in 2003 werden sich nach Einschätzung des Unternehmenschefs ähnlich zyklisch verhalten wie in 2002. Das erste Quartal des laufenden Jahres werde nach den relativ umsatzstarken letzten drei Monaten 2002 etwas schwächer ausfallen. (dpa) / (pmz)