Brandenburgs Wirtschaftsminister sieht keine Gefahr für Chipfabrik

Es gebe zwar einen Aufschub zur Beschaffung privaten Kapitals für die Chipfabrik in Frankfurt (Oder). "Damit kann nicht ein Ausstieg vorweggenommen werden", sagte Ulrich Junghanns.

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  • dpa

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sieht trotz Medienberichten über ein absehbares Ende für die Chipfabrik in Frankfurt (Oder) keine akute Gefahr für das Milliardenvorhaben. Die geplante Verlängerung des Bankenmandats könne nicht als vorzeitiges Ende für das Projekt interpretiert werden, erklärte Junghanns. Es gebe zwar einen Aufschub zur Beschaffung privaten Kapitals. "Damit kann nicht ein Ausstieg vorweggenommen werden", sagte der Minister der dpa. Alles Weitere sei vertraulich zu behandeln.

Mehrere Zeitungen berichteten am Mittwoch, dem geplanten Werk in Frankfurt (Oder) drohe das Aus. Die beiden mit der Kapitalbeschaffung beauftragten Institute -- die Commerzbank und die Gulf International Bank B.S.C. (Bahrein) -- wollten Ende Februar ihr Mandat niederlegen. In einem Bericht heißt es, die Commerzbank habe die Suche nach Finanziers aufgegeben. Nach Überzeugung gut informierter Kreise sei das Ende für das 1,3-Milliarden-Euro-Projekt, für das noch die Hälfte des Geldes fehlt, vorgezeichnet.

Vom Chipwerk-Betreiber Communicant hieß es erneut, über Fragen der Finanzierung sei mit den Banken Stillschweigen vereinbart worden. "Dass eine unglückliche Situation besteht, ist nicht wegzuleugnen", sagte Communicant-Sprecher Wulf Buschardt. Mitte oder Ende Februar fänden weitere Gespräche mit den Banken statt. Junghanns sagte im Landtag auf die Frage der PDS-Abgeordneten Esther Schröder, ob die Banken aus dem Projekt Chipfabrik ausgestiegen seien, er sei nicht bereit, dazu Stellung zu nehmen.

"Das Zeitfenster für die Investition hat sich geschlossen", zitiert die Welt einen nicht genannten Banker. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Heiko Müller (SPD), erklärte: "Momentan ist das für mich Spekulation. Meine Informationen sind andere." Wenn das Mandat für die Banken jetzt noch bis Ende Februar laufe, könne die Finanzierung noch zusammenkommen und der Zeitplan für den Bau der Fabrik noch eingehalten werden.

Der Betreiber Communicant AG will 1300 Arbeitsplätze schaffen und benötigt für die Fertigstellung des Projektes noch rund 650 Millionen US-Dollar. Das Mandat für die beiden Banken lief zunächst im Dezember aus, wurde dann bis Januar verlängert und nun offenbar um einen weiteren Monat. An dem Chipfabrikprojekt sind der weltgrößte Chiphersteller Intel, das Emirat Dubai und die Landesinvestitionsbank Brandenburg beteiligt. Ursprünglich sollte die Produktion schon in diesem Jahr starten. (dpa) / (jk)