Wer viel surft, guckt weniger in die Röhre
Der Trend weg vom Fernseher, hin zum Internet, hält laut einer Studie der Universität Los Angeles an.
Wenn AOL und Microsoft einmal in einem Boot sitzen, dann müssen dahinter gemeinsame wichtige Interessen stecken: Sie unterstützen zusammen mit anderen Unternehmen wie Hewlett-Packard, Sony und Verizon die jährliche Untersuchung Surveying the Digital Future der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), die nun zum dritten Mal durchgeführt wurde. Die Befragung von 2000 US-amerikanischen Haushalten hat unter anderem ergeben, dass Internet-Nutzer tendenziell weniger vor dem Fernseher sitzen.
71,1 Prozent der Befragten sind im vergangenen Jahr online gegangen, das sind 1,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2001; die Forscher bezeichnen zumindest diese Differenz aber als statistisch nicht signifikant. Die Zeit, die wöchentlich im Internet verbracht wurde, stieg von 9,8 auf 11,1 Stunden. Die Internetnutzer schauen 11,2 Stunden in der Woche auf den Fernseher, während es im Jahr 2001 12,3 Stunden waren. Menschen ohne Zugang zum Internet schauen wöchentlich 5,4 Stunden mehr Fernsehen -- im Jahr 2001 waren es 4,5 Stunden.
Fast 60 Prozent der Befragten haben in ihren eigenen vier Wänden einen Internetzugang. Drei Viertel davon sind Modems, 17 Prozent Breitbandzugänge via TV-Kabel und 5 Prozent DSL-Anschlüsse. Der Anteil der langsameren Internetverbindungen schrumpft: Vor zwei Jahren gingen noch 88 Prozent der Befragten per Modem ins Netz. 47 Prozent derjenigen, die noch keinen Internet-Anschluss haben, wollen sich in diesem Jahr noch einen zulegen.
Anwender mit schneller Internetverbindung verbringen auch mehr Zeit im Netz. So beschäftigen sie sich laut der Studie wöchentlich 4,8 Stunden mit dem Lesen und Bearbeiten von E-Mails, während dies Modem-Besitzer nur 3 Stunden tun. Gravierender ist der Unterschied in der Disziplin Instant Messaging, mit dem "schnelle Nutzer" 3,3 Stunden wöchentlich zubringen, während per Modem lediglich während 1,3 Stunden Mitteilungen getauscht werden. Diese beiden Verrichtungen sowie das Surfen und der Download von Musik sind die beliebtesten Anwendungen für Internet-Nutzer.
Das Vertrauen der Befragten in die Glaubwürdigkeit der Informationen im Internet hat abgenommen. Vergangenes Jahr waren es noch 56 Prozent, die sagten, die meisten Informationen seien exakt und glaubwürdig, nun sind es noch 50,6 Prozent, während 39,9 Prozent sagen, nur etwa die Hälfte der Informationen taugten etwas. Vor einem Jahr sagten dies 36,3 Prozent. Interessant ist die Zahl von 2,2 Prozent der Internetnutzer, die glauben, dass alle Informationen im Web glaubwürdig seien. (anw)