College-Schüler spioniert Daten der Mitschüler aus
Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler ist in den USA von einem Gericht angeklagt worden, weil er die Zugriffsdaten seiner Mitschüler mit Tastaturüberwachungs-Software ausspioniert haben soll.
Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler des Boston College ist von einem Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts angeklagt worden, weil er die Zugriffsdaten seiner Mitschüler ausspioniert haben soll. Zu diesem Zweck soll er auf über 100 Computern auf dem Schulgelände Key-Logger installiert und so an die Usernamen und Passwörter geraten sein. Mit diesen habe er sich auf Kosten der anderen unter anderem Lebensmittel und Bücher besorgt und die Wäscherei aufgesucht, berichtet der Boston Globe.
Der Beschuldigte soll seit April 2002 tätig gewesen sein und wurde im Oktober erwischt und vom Unterricht suspendiert, nachdem Angestellte des örtlichen Buchladens die Polizei auf betrügerische Buchungen aufmerksam gemacht hatten. Der 21-Jährige soll seine "Eagle Card", die an der Schule zur Identifizierung dient, so rekodiert haben, dass er die Identifikationsnummern seiner Mitschüler, aber auch der Bediensteten nutzen konnte. Dadurch sei ein Schaden von 2000 US-Dollar entstanden.
Staatsanwalt John Grossman wollte laut dem Zeitungsbericht keine weiteren Details zum verwendeten Key-Logger preisgeben, um Nachahmer zu vermeiden. Er bescheinigte dem 21-Jährigen viel technisches Wissen und eine ausdauernde Fleißarbeit. Die Überwachungssoftware soll er in zwei Nächten installiert haben, in denen er sich mit gestohlenen Zugangscode von Angestellten Eintritt in die Schulräume verschafft hatte. Mittlerweile wurden sämtliche ID-Cards der Schüler ausgetauscht. Die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen soll laut Grossman 300.000 US-Dollar gekostet haben, eine Zahl, die Vertreter des Colleges nicht bestätigen wollten.
Großen Groll hegt das Boston College gegen den begabten Schüler anscheinend nicht. Schließlich habe er die gestohlenen Informationen nur für sich verwendet und seinen Mitschülern keinen großen Schaden zugefügt. meint der Sprecher des Colleges. Zudem kooperiere er mit den Ermittlern. Die Schule hat sogar angeboten, den Anwalt zu bezahlen, damit der Schüler angemessen verteidigt werden kann. (anw)