Studie: Mobilfunknutzer wollen für UMTS mehr zahlen
Nach einer Studie der TNS Telecoms will etwa die Hälfte aller Mobilfunk-Kunden mit Interesse am UMTS-Funknetz mehr für Handys und UMTS-Dienste ausgeben.
Einer Studie der Marktforschungsgruppe Taylor Nelson Sofres zufolge, in Deutschland vertreten durch TNS EMNID, ist etwa die Hälfte aller Mobilfunk-Kunden mit Interesse am UMTS-Funknetz (Universal Mobile Telecommunications System) bereit, höhere Kosten für Handys und UMTS-Dienste in Kauf zu nehmen. Die Studie beruht auf einer Umfrage unter 6959 Handy-Nutzern in zehn europäischen Ländern. Danach interessieren sich 42 Prozent der Befragten für das Mobilfunknetz der dritten Generation. 21 Prozent würden für schnelle Datendienste wie E-Mail, schnelles Internet und Multimedia-Nachrichten etwa sechs bis zehn Euro pro Monat mehr bezahlen. Zurzeit liegt die monatliche Handy-Rechnung in Europa laut Studie bei durchschnittlichen 26 Euro (20 Euro bei Prepaid-Handys, 37 Euro bei Mobilfunk-Verträgen).
Auch bei den Endgeräten rechnen viele Kunden mit höheren Kosten: So sind Handy-Besitzer mit Interesse an UMTS über die Ländergrenzen hinweg bereit, für ein Handy bis zu 330 Euro zu bezahlen. Die bislang bekannten Preise für UMTS-Telefone liegen jedoch um ein Vielfaches darüber. So hängt die Akzeptanz auch von der Bereitschaft der Netzanbieter ab, einen Großteil der Gerätekosten zu übernehmen. TNS-EMNID-Director Wolfgang Best fürchtet, bei einem Nein der Provider zur Subventionierung von UMTS-Handys würden ihre Kunden vielleicht schockiert feststellen, dass sie für die neuen Modelle ein Vielfaches mehr zu zahlen hätten als für die üblichen Handys.
Bei der Frage nach den bevorzugten UMTS-Anwendungen nannten 77 Prozent der Befragten Versenden und Empfangen von E-Mails und das Führen von Bildtelefonaten. 47 Prozent hoffen auf schnelles Laden von Musikdateien über das Funknetz. Weniger gewünscht ist das Betrachten von Video-Clips (40 Prozent). In Osteuropa erwartet die Studie eine größere Nachfrage nach UMTS-Diensten als bei westeuropäische Kunden: Etwa 59 Prozent der türkischen Mobilfunkkunden und 51 Prozent in Polen bekundeten ihr Interesse, in Großbritannien und Deutschland waren es nur 34 Prozent.
Die Mehrzahl der europäischen Handy-Nutzer erwartet zuverlässige UMTS-Dienste und deren schnelle Einführung vor allem von den führenden nationalen Netzbetreibern. Die kleineren Mobilfunkanbieter müssten noch viel Zeit und Arbeit investieren, um ihren Kunden die Vorzüge von UMTS und ihre eigene Fähigkeit zur Bereitstellung zuverlässiger Dienste nahe zu bringen, kommentiert Wolfgang Best die Ergebnisse. (rop)