Infineon präsentiert neuen Bio-Chip
Wissenschaftler von Infineon stellen heute in San Francisco einen Chip vor, der elektrische Signale von lebenden Nervenzellen messen kann.
Wissenschaftler des deutschen Chip-Herstellers Infineon Technologies stellen am heutigen Dienstag auf der International Solid-State Circuits Conference (ISSCC 2003) in San Francisco einen neuen Bio-Chip vor, der elektrische Signale von lebenden Nervenzellen in einer Größenordnung von 100 µV bis 5 mV messen kann. Die Nervenzellen werden dazu auf einem Chip-Sensorfeld platziert, das aus insgesamt 16.384 kapazitiven Sensoren besteht und sich in einer Nährlösung befindet.
Unter jedem Sensor befinden sich hochempfindliche elektronische Schaltungen, mit denen die extrem schwachen elektrischen Signale der Nervenzellen verstärkt, aufbereitet und an einen angeschlossen Computer übertragen werden. Die Gesamtfläche des so genannten Neuro-Chip beträgt einschließlich der Schaltungen zur Signalverarbeitung etwa 5 mm mal 6 mm. Im Gegensatz zu klassischen Methoden (Nadel-Messungen) werden die Zellen bei den Messungen mit dem Neuro-Chip nicht verletzt.
Erste biologische Laboruntersuchungen am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried mit Zellen eines Schnecken-Gehirns sind nach Angaben der Forscher erfolgreich verlaufen. Wissenschaftler könnten mit Hilfe von Neuro-Chips künftig bessere Einblicke in die biologische Funktion von Nervenzellen, von biologischen neuronalen Netzen und Hirngewebe gewinnen. In der zellgestützten Medikamentenentwicklung würden effizientere Tests zur Wirkung von Medikamenten auf lebende Zellen möglich. (pmz)