Ericsson funkt Bewegtbilder via UMTS
Einen Meilenstein in der UMTS-Entwicklung meldet Ericsson im Vorfeld des 3GSM-Kongresses in Cannes: Video-Telefonie zwischen seriennahen UMTS-Handys.
Einen Meilenstein in der UMTS-Entwicklung meldet Ericsson vor Beginn des 3GSM-Kongresses in Cannes: Auf der hauseigenen UMTS-Infrastruktur gründend, haben die Schweden erstmals Bewegtbilder zwischen seriennahen Dual-Mode-Handys übertragen. Die Geräte bauten zwei Verbindungsarten auf: eine, die bei einer Bandbreite von 64 KBit/s 15 Bilder pro Sekunde befördert sowie eine mit 384 KBit/s für Videostreaming, so Ericsson.
Einer breiteren Öffentlichkeit will Ericsson die Videofähigkeiten seiner UMTS-Netzkomponenten auf dem am Montag beginnenden 3GSM World Congress in Cannes vorführen, dem Mekka der Mobilfunkbranche. Man darf gespannt sein, ob dort auch die gemeinsame Tochter Sony Ericsson erste eigene UMTS-Handys vorstellen wird -- neben Sony Ericsson gehört auch LG Electronics zu den Lizenznehmern von Ericssons 3G-Mobilfunktechnik.
In Japan bietet NTT Docomo in seinem UMTS-Netz FOMA bereits seit längerem Videotelefonie und seit November auch einen eigenen Video-Streaming-Dienst namens i-motion an -- zunächst nur mit mäßigem Erfolg. Anders als japanische UMTS-Telefone, die nur für deren Mobilnetze der dritten Generation ausgelegt sind und außerhalb der UMTS-Netzabdeckung nicht funktionieren, setzt Ericsson für europäische Märkte von Anfang an auf sogenannte Dual-Mode-Geräte. Diese funken sowohl in heutigen GSM-Netzen als auch in den bald öffentlich startenden UMTS-Netzen. Auch die Akkulaufzeit, eine Schwäche der ersten UMTS-Geräte, will Ericsson in den Griff bekommen haben. Sie sei "vergleichbar mit den besten heutigen GSM-Telefonen", heißt es.
Bleibt die Frage, warum Bildtelefonie, die schon bei ISDN floppte, im Mobilfunk jetzt ein Renner werden soll. Tord Wingrens Antwort: Bei mobiler Videotelefonie gehe es "nicht in erster Linie um die Telefonie von Auge zu Auge", sondern, so der Präsident von Ericsson Mobile Platforms, vor allem um Situationen, in denen man seine Umgebung dem Gesprächspartner zeigen und Erfahrungen mit anderen teilen kann, statt alles verbalisieren zu müssen. (Christian Just) / (dz)