ISSCC: Autos lernen sehen mit NECs Videochip

In dem japanischen Parallelprozessor IMAP-CE rechnen 128 Videoprozessoren parallel. Er soll etwa als intelligenter Autopilot helfen, Unfälle zu vermeiden.

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Von
  • Erich Bonnert

In dem japanischen Parallelprozessor IMAP-CE rechnen 128 Videoprozessoren parallel. NEC denkt daran, dass er als intelligenter Autopilot in Autos und anderen Transportsystemen beispielsweise helfen soll, Unfälle zu vermeiden. Mit einer Spitzenleistung von 51,2 GOPS (Milliarden Operationen pro Sekunde) kann der auf der International Solid State Circuit Conference (ISSCC) vorgestellte Chip während der Fahrt Videobilder von Front- und Seitenkameras eines Autos verarbeiten und dadurch zu geringe Abstände oder Gefahrsituationen erkennen. Die hohe Parallelität der Prozessormatrix erlaubt unterschiedliche Erkennungsalgorithmen, um wechselnde Fahrsituationen, Strassenbegrenzungen und Hindernisse zu berücksichtigen.

NECs Ziel war es, einen hocheffizienten Prozessor für die Bewegtbildverarbeitung zu konstruieren, der flexibler als existierende ASIC-Lösungen ist, aber dabei weniger Energie verbraucht. Mit einem Takt von 100 MHz rechnet IMAP-CE rund vier mal schneller als ein 2,8-GHz-PC und benötigt maximal vier Watt. Damit sei er rund 100 mal energieeffizienter als etwa ein Pentium 4.

Für die 128 8-Bit-Prozessoren mit je 2 KByte Speicher benötigt NEC 32 Millionen Transistoren, die auf 11 mm × 11 mm passen. Muster werden derzeit in 0,18-µm-Technik hergestellt. "Wir haben aber noch effizientere Prozesse", gibt der Entwicklungsleiter Shorin Kyo einen Ausblick. Derzeit steht NEC mit japanischen Autoherstellern in Verhandlung. Namen will der Konzern noch keine nennen. Die Erkennungsalgorithmen sind in der Standardsprache C programmiert. Den Compiler mit speziellen Erweiterungen zur Parallelisierung liefert NEC mit. (Erich Bonnert) / (jk)