Motorola reduziert Belegschaft in Flensburg

Der Grund für Stellenstreichungen sei kein Auftrags- oder Absatzrückgang, sondern die neue Handy-Serie C 330, deren Montage erheblich weniger aufwendig sei, hieß es bei Motorola.

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Von
  • Torge Löding

Schon wieder schlechte Nachrichten aus Schleswig-Holstein: Während das Theater um die Zukunft des Telecom-Unternehmens MobilCom noch immer nicht ganz ausgestanden ist, droht nun auch beim Flensburger Werk des US-Handyherstellers Motorola massiver Arbeitsplatzverlust. In den nächsten zwei Monaten sollen bis zu 200 Mitarbeiter ihren Job verlieren, verlautete es aus der deutschen Dependance des Unternehmens. Der Grund dafür sei kein Auftrags- oder Absatzrückgang, sondern die neue Handy-Serie C 330, deren Montage erheblich weniger aufwendig sei, sagte der Personalchef des Werkes, Hanjörg Beger, gegenüber dpa.

Mit dem Betriebsrat habe man sich bereits darauf einigen können, auslaufende Verträge nicht zu verlängern und die Arbeitszeit in den Nachtschichten von 36 auf 30 Stunden zu senken. Darüber hinaus würden Teilzeitangebote oder Abfindungen in Höhe von zwei Monatsgehältern gemacht, verlautete es aus Gewerkschaftskreisen. Das sei zwar großzügig, am Ende aber auch eine Erpressung der Mitarbeiter, die zurzeit eher schlechte Aussichten auf einen neuen Arbeitsplatz haben dürften.

Gegenwärtig arbeiten rund 1900 Mitarbeiter im 1998 eröffneten Motorola-Werk in Flensburg. Im Jahr 1999 waren es noch gut 2500. Das Land läßt sich allerdings nicht beirren und hält an seinem Beschluss vom vergangenen Sommer zur Förderung von IT- und Telecom-Branche fest. (tol)