New Yorker Stadtrat beschließt eingeschränktes Handy-Verbot

In New York sind Kinos, Theater und Museen zu handyfreien Zonen erklärt worden.

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Von
  • Jürgen Kuri

In New York sind Kinos, Theater und Museen zu handyfreien Zonen erklärt worden. Das Piepsen und Bimmeln sei dort unerwünscht, berichtete die New York Times. Wer in kulturellen Einrichtungen der Stadt sein Mobiltelefon benutze, muss künftig mit einer Geldbuße von 50 US-Dollar rechnen. Ein eingeschaltetes Handy allein soll allerdings wohl nicht geahndet werden, wenn es auf Vibrationsalarm geschaltet ist und bei einem Anruf außerhalb der Räumlichkeiten genutzt wird.

Der Stadtrat beendete damit den so genannten Handy-Krieg mit Bürgermeister Michael Bloomberg und sprach sich mehrheitlich für das neue Gesetz aus, das der Abgeordnete Philip Reed bereits im August vergangenen Jahres vorgelegt hatte. Mit dem Beschluss wurde ein Veto überstimmt, das Bloomberg gegen den Gesetzentwurf eingelegt hatte.

Bloomberg war der Ansicht, New York brauche nicht noch mehr gesetzliche Verbote; außerdem hält er das Verbot praktisch nicht für durchsetzbar. Diesem Argument konnte sich auch der Stadtrat nicht ganz entziehen, vertrat aber die Ansicht, das Verbot werde dazu führen, dass Betreiber und Besucher unter Berufung auf die gesetzlichen Bestimmungen selbst für die Duchsetzung sorgten. Bloomberg legte verärgerten Kino-und Theaterbesuchern schon einmal einen anderen Weg nahe: Wer sich gestört fühle, solle Handy-Benutzer mit einem kräftigen "Pssst!" zur Ruhe auffordern. Auch Verbände der Telecom-Industrie hielten -- wenig überraschend -- nichts von dem Gesetz und meinten, man solle den Anwendern einen vernünftigen Umgang mit den Geräten beibringen.

Der Stadtrat entsprach dagegen den Beschwerden von New Yorker Bürgern und beispielsweise vielen Schauspielern. Sie meinten, das Handy-Klingeln bei Konzerten, Theateraufführungen und Filmen stelle eine "Beeinträchtigung der Lebensqualität" in Amerikas Kulturhauptstadt dar. (jk)