Groß- und Kleinschreibung unter Windows
Wenn Sie über Windows schreiben, stehen die Pfadangaben mit großen Anfangsbuchstaben. Ich habe versehentlich "c:\windows" geschrieben, aber es hat funktioniert.
Wenn Sie in c’t-Artikeln über Windows schreiben, stehen da Pfadangaben und Registryschlüssel meistens mit großen Anfangsbuchstaben ("C:\Windows") und manchmal sogar mit Binnenmajuskel ("C:\User\ct\AppData"). Nun habe ich beim Abtippen eines solchen Pfades versehentlich "c:\windows" geschrieben, doch es hat trotzdem funktioniert.
Anders als unter Linux spielt die Groß- und Kleinschreibung unter Windows bei Pfaden und Ähnlichem normalerweise keine Rolle. Sie können alles kleinschreiben, alles groß, irgendeinen Mischmasch daraus, wie Sie wollen. In unseren Artikeln handhaben wir das zwar anders, doch hat das keine technischen Gründe, sondern es dient nur der Lesbarkeit.
Das bedeutet auch, dass sich unterschiedliche Bezeichnungen in der Zeichenfolge unterscheiden müssen: Dateien und Ordner, deren Namen sich jeweils nur durch Groß- und Kleinschreibung unterscheiden, duldet Windows nicht im selben Verzeichnis. Sie können also keine Datei unter dem Namen Manuskript.txt speichern, wenn sich im selben Ordner bereits eine manuskript.txt befindet.
Es gibt eine Ausnahme von der Regel. Die hat mit Linux zu tun, genauer mit dem Windows-Subsystem für Linux (WSL). Damit können Sie Linux-Binärdateien direkt unter Windows ausführen, wobei unter der Haube eine Linux-Distribution hilft (es stehen mehrere zur Auswahl). WSL gibt es in zwei Versionen, und bei WSL 1 speicherte Windows die Linux-Distribution direkt auf C. Dabei landen auch Dateien auf der Platte, die sich nur durch Groß- und Kleinschreibung unterscheiden (beispielsweise "axv.txt" und "Axv.txt"). Das kann zu Problemen mit Programmen führen, die darauf nicht vorbereitet sind, sowie mit Skripten, die solche Programme nutzen. Das trifft auch Microsoft-eigene Software. Beispiel: Unser Sicherungsskript c’t-WIMage nutzt unter der Haube das Windows-eigene Programm Dism.exe zum Erstellen der Backups, doch das kann mit derart unterschiedlichen Schreibweisen nicht umgehen. Daher scheitert das Sichern mit c’t-WIMage, wenn eine WSL-1-Distribution installiert ist.
Immerhin hat Microsoft das Problem bei WSL 2 gelöst: Damit landen die Distributionen nicht mehr als einzelne Dateien und Ordner direkt auf der Platte, sondern auf einer virtuellen Festplatte, also in einer VHDX-Datei, die keine Probleme verursacht.
Das WSL-1-Problem macht übrigens auch deutlich, dass das Dateisystem NTFS entgegen anderslautenden Gerüchten sehr wohl mit Groß- und Kleinschreibung umgehen kann.
(axv)