Nach der Scheidung: Neue Sendo-Handys ohne Microsoft
Der britische Mobilfunkhersteller Sendo stellt sein Geschäft auf eine neue Basis.
Der britische Mobilfunkhersteller Sendo stellt sein Geschäft nach dem spektakulären Ausstieg aus der Partnerschaft mit Microsoft auf eine neue Basis: Preisgünstige "Feature-Phones" mit Farbbildschirmen und ein neues Entwicklerprogramm für Smartphones mit Symbian-Betriebssystem sollen, wie Sendo-CEO Hugh Brogan gegenüber der englischen Presse ankündigte, Sendo in den nächsten Monaten neuen Schwung verleihen.
In Kürze will Sendo sein erstes Klappenhandy, das M550, herausbringen. Mit Farbbildschirm, mehrstimmigen Klingeltönen, Spielen und Kurznachrichten im EMS-Format ist das M550 das erste von insgesamt vier für dieses Jahr geplanten Handys. Alle sollen mit Farbdisplays und anderen Extras anscheinend mehr Ausstattung als Standardhandys bieten, aber weniger als ausgewachsene Smartphones. Erstaunlich angesichts des MMS-Trends: Das M550 wird Multimedia Messaging vermutlich nicht unterstützen. Doch es soll wesentlich günstiger als andere Klapphandys mit Farbdisplays werden, und kleiner: 8,2 Zentimeter lang, 4,5 Zentimeter breit und nur 20 mm dick ist das M550 zusammengeklappt.
Das neue Smartphone, chronologischer Nachfahre des zurückgezogenen Z100, kommt wie schon angekündigt mit Symbian-Betriebssystem und Nokias Series-60-Oberfläche voraussichtlich im Herbst. Doch bereits im März soll es dafür ein erstes Software-Entwicklerkit (SDK) und im Juni ein Komplettpaket aus Entwicklersoftware und funktionsfähigem Prototyp geben. Sendo-Chef Brogan zeigte sich zufrieden über die bisherige Zusammenarbeit mit Symbian, die Sendo mehr Freiheit gebe. Außerdem erfülle Symbian schon jetzt die Standards, die Mobilfunkanbieter von Handys erwarteten. Für das Z100, das auf Basis von Microsoft Windows for Smartphone 2002 entwickelt wurde, musste Sendo in Eigenregie wichtige Techniken wie MMS und Java anpassen. Weitere Details und Designs will Sendo zum Start des 3GSM World Congress am kommenden Montag bekanntgeben. (Christian Just)/ (dz)