P2P-Musikportal Qtrax schuldet Oracle angeblich 2 Millionen US-Dollar
Der US-Softwareanbieter behauptet, Qtrax nutze Datenbanksoftware, ohne die Lizenzen dafür bezahlt zu haben. Oracle will das Geld nun vor Gericht einklagen.
Der US-amerikanische Softwarehersteller Oracle hat das P2P-Musikportal Qtrax vor dem US-Bundesbezirksgericht im kalifornischen Oakland verklagt. Dabei geht es laut US-Medienberichten um den Vorwurf, Qtrax nutze Oracle-Software, ohne die Lizenzen dafür bezahlt zu haben. Das Musikportal weist die Vorwürfe zurück und gibt sich zuversichtlich, den Streit außergerichtlich beilegen zu können.
Qtrax hatte Oracle im November einen Scheck über 1,8 Millionen US-Dollar für die Nutzung von Datenbanksoftware zukommen lassen. Dieser Scheck sei aber geplatzt, heißt es in den Berichten. Daraufhin habe Oracle nach eigenen Angaben auf verschiedenen Wegen, aber letztlich vergeblich versucht, an das Geld heranzukommen. Oracles Anspruch beläuft sich laut Klage nun auf 2 Millionen US-Dollar.
Mit dem Anspruch, die erste völlig legale und dabei werbefinanzierte P2P-Tauschbörse zu werden, ging Qtrax im Januar 2008 an den Start. Nutzer sollten dort auf bis zu 25 Millionen Musikstücke legal und kostenlos zugreifen können, doch daraus wurde zunächst nichts, nachdem große Plattenfirmen Vertragsabschlüsse mit Qtrax dementierten. Inzwischen hat das Musikportal die Verträge in der Tasche, doch Qtrax-Chef Allan Klepfisz hat kürzlich in einem Weblog-Eintrag verkündet, den ursprünglich für den 22. Juli geplanten Start der ersten finalen Version des Angebots zu verschieben. Spiralfrog, das ein ähnliches Angebot geplant hatte, ist inzwischen auf der Strecke geblieben. (anw)