IG Metall sieht steten Mitgliederzuwachs in der IT-Branche
Die Gewerkschaft fordert von den Firmen der Branche, statt auf Stellenabbau auf intelligente Lösungen wie vorübergehende Arbeitszeitverkürzungen zu setzen.
Die IG Metall gibt sich selbstbewusst angesichts eines nach ihren Angaben steten Mitgliederzuwachsin der IT-Branche: Die Gewerksschaft hat die Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche anlässlich der Konferent I(T) will survice - Wege aus der Krise vor weiterem Personalabbau gewarnt: "Auftragsrückgänge müssen nicht mit Kündigungen beantwortet werden", sagte Vorstandsmitglied Karin Benz-Overhage am Dienstag in Frankfurt. Sinnvollere Lösungen seien eine vorübergehende Arbeitszeitverkürzung, mehr Teilzeit-Arbeit, Sabbaticals sowie die Ausdehnung der Altersteilzeit. Der Abbau von qualifiziertem Personal gefährde die Zukunft der Unternehmen, warnte die Gewerkschafterin: "Wir wollen die Unternehmen ermutigen, sich bei Geschäftseinbrüchen auf intelligente und beschäftigungsfreundliche Alternativen einzulassen."
Die IG Metall habe bereits in Vereinbarungen oft die "besonderen Probleme der IT-Branche" berücksichtigt. Für Benz-Overhage ist dabei die zeitweilige Arbeitszeitverkürzung "ein Königsweg". So sei zum Beispiel bei einem Siemens-Betrieb die Entlassung von 400 Beschäftigten durch eine Verkürzung der Arbeitszeit verhindert worden. Bei Vodafone habe die IG Metall eine Regelung getroffen, die bei Arbeitsmangel eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden vorsehe. Und bei Oracle sei die Arbeitszeit der Consultants um 20 Prozent gekürzt worden.
Die New Economy sei mittlerweile keine gewerkschaftsfreie Zone mehr, ist sich Benz-Overhage sicher: Sowohl die Zahl der Betriebsräte und der Gewerkschaftsmitglieder als auch die Zahl der branchenspezifischen Tarifverträge habe zugenommen. Nahezu jeder zweite IT-Beschäftigte arbeite in einem Betrieb mit einer Arbeitnehmervertretung. Für rund 40 Prozent der 800.000 Beschäftigten in der IT- und Telekommunikationsindustrie gälten derzeit Tarifverträge. (jk)