Bridge-Kamera und neue Kompakte mit EXR-Sensor von Fuji

Der neuartige EXR-Sensor von Fujifilm, der kĂĽrzlich mit der F200EXR debĂĽtierte, ist nun auch in zoomstarken Bridge- und Kompaktmodellen zu finden: In der FinePix S200EXR und der F70EXR.

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Von
  • Carsten Meyer

Keine Spiegelreflex: S200EXR mit manuellem Zoom

(Bild: Fujifilm)

Hochwertige Superzoom-Kameras mit guter Ausstattung sind als Alternative zu Spiegelreflexen immer noch sehr beliebt. Fujifilm stellt nun den Nachfolger der zu Recht erfolgreichen S100FS vor, die FinePix S200EXR – wie der Suffix vermuten lässt, mit dem neu entwickelten 12-Megapixel-EXR-Sensor. Ihr mit einem manuellen Zoomring ausgestattetes, bildstabilisiertes Fujinon-Objektiv verfügt über einen Brennweitenbereich von 30,5 bis 436 mm (äquivalent zu KB) und eine Lichtstärke von f/2,8 bis f/5,3. Die gegenüber der S100FS etwas längeren Brennweiten bei gleicher Objektivbauweise sind Folge des geringfügig kleineren Sensors (1/1,6" statt vorher 1/1,5" bzw. 2/3" bei der S100FS).

Je nach Aufnahmesituation und Motiv kann der Fotograf die Priorität des Super CCD EXR flexibel einstellen. Bei der Priorität „Hohe Auflösung“ werden sämtliche 12 Millionen Pixel genutzt, während bei „Hohe Lichtempfindlichkeit und geringes Bildrauschen“ zwei benachbarte Pixel derselben Farbe zusammengefasst werden. Damit wird aus zwei Pixeln ein Pixel mit doppelter Größe. Die Lichtempfindlichkeit wird dadurch erhöht und das Bildrauschen deutlich gemindert, verspricht Fuji. Bei der Priorität „Weiter Dynamikumfang“ schließlich werden die beiden Pixel des gleichfarbigen Paares unterschiedlich lang belichtet. Die Kamera nimmt dann zum gleichen Zeitpunkt zwei unterschiedlich belichtete Bilder auf. Diese werden zu einem Bild mit einem sehr weiten Dynamikumfang zusammengeführt. Im „EXR AUTO“-Modus übernimmt die Kamera mit ihrer automatischen Motiverkennung abhängig von der Aufnahmesituation die Festlegung der Priorität. Sechs unterschiedliche Motivarten stehen hier zur Verfügung: Porträt, Landschaft, Makro, Gegenlicht-Porträt, Nacht und Nachtporträt.

Mit der neu konzipierten „Multi Frame Technology“ hat Fuji zwei Mehrfachbelichtungsmodi in die S200EXR integriert: Der „Pro Focus“-Modus eignet sich für Porträt- oder Naturaufnahmen, bei denen sich das Hauptmotiv gut vom Hintergrund abheben soll. Realisiert wird dies durch die Aufnahme von zwei bis drei Serienbildern hintereinander. Die Bilder werden dann zu einem einzigen Bild übereinander gelegt. Mit minimalen Einstellungen an der Kamera sollen so professionelle Ergebnisse erzielt werden können, die normalerweise nur mit DSLR-Kameras möglich sind. Der „Pro Low Light“-Modus sorgt für rauscharme Bilder bei wenig Licht. Dabei erstellt die Kamera in schneller Folge vier Aufnahmen mit hoher Lichtempfindlichkeit. Die vier Bilder werden dann zu einem einzigen, besonders rauscharmen Bild zusammengefügt. Bei reduzierter Auflösung sollen ISO-Empfindlichkeiten bis 12.800 möglich sein, bei voller Auflösung gibt Fuji 3200 ISO an.

Die fünf Filmsimulationsmodi reproduzieren die Farbtonalität beliebter analoger Fuji-Filme: „Velvia“ sorgt für Aufnahmen mit hoher Farbsättigung und eine kontrastreiche Wiedergabe aller Tonwerte. „Provia“ ist durch seine naturgetreue und detailreiche Farbwiedergabe ideal für eine breite Palette an Motiven. „Astia“ ist besonders geeignet, um den Kontrast zu verringern und sanfte Farben zu erzeugen. Der „Schwarz-Weiß“ Modus liefert ausdrucksstarke Monochrom-Aufnahmen und mit dem „Sepia“ Modus werden die Aufnahmen in einem warmen Braunton gehalten. Im „Velvia“- und „Astia“-Modus kann der Dynamikumfang auf bis zu 800 Prozent erweitert werden.

Fuji lobt ferner die intelligente Blitzsteuerung, die sowohl das Hauptmotiv als auch den Hintergrund natürlich und über die gesamte Reichweite des Blitzes gleichmäßig ausleuchtet, auch bei extremen Makroaufnahmen. Die Gesichtserkennung identifiziert auch geneigte und kopfstehende Gesichter. Drei verschiedene Belichtungsreihen stehen zur Verfügung: Bei der Filmsimulations-Belichtungsreihe werden drei Bilder im Velvia- PROVIA- und ASTIA-Modus erstellt. Die Dynamikbereich-Belichtungsreihe ermöglicht drei Aufnahmen mit verschiedenem Dynamikbereich (100 %, 200 %, 400 %). Die AE-Belichtungsreihe erstellt drei aufeinanderfolgende Aufnahmen über einen Belichtungsspielraum von plusminus 1,0 LW.

Wie bei Bridge-Kameras üblich, ist der Sucher elektronisch (EVF) ausgeführt, hier allerdings nur mit eher bescheidenen 200.000 Bildpunkten Auflösung. Mit einer Akkuladung soll die Kamera 370 Bilder schaffen, die Aufzeichnung erfolgt auf SD- oder SDHC-Karten, auch mit gleichzeitiger Raw- und JPG-Speicherung. Die S200EXR soll ab September für empfohlene 499 Euro lieferbar sein.

In Graphit und Silber erhältlich: F70EXR

(Bild: Fujifilm)

Wer eine preiswerte Kompaktkamera mit EXR-Sensor sucht, erhält mit der F70EXR eine 10-Megapixel-Kamera mit optischem Zehnfach-Zoom. Hier ist der Bildsensor zwar nur 1/2 Zoll groß, die Mehrfachbelichtungsmodi und Filmsimulationen der S200EXR erhält man aber auch bei dieser Neuheit. Die Bildstabilisierung erfolgt über das CCD-Shift-Verfahren. Auch die F70EXR soll bei reduzierter Auflösung ISO-Empfindlichkeiten bis 12.800 bieten. Die FinePix F70EXR soll 279 Euro kosten. (cm)