Geistreich und humorvoll: neue Adventurewelten
Gnome, Gespenster, ein gelangweilter Tod, freundliche Untote und Kampftrolle: Zwei neue Adventure-Produktionen beweisen wieder mal, dass Rätsel auch Spaß machen dürfen.
Was wäre ein Fantasy-Spiel, bei dem es zwar Zaubersprüche, Kristallkugeln, Artefakte, Drachen und magische Waffen gibt, aber kein Kampfsystem? Die Antwort kennt The Book of Unwritten Tales und sie lautet: Es wäre ein Point-and-Click-Adventure. Mit viel skurrilem Humor erzählt das King-Art-Entwicklerteam die Geschichte des Gnoms Wilbur Wetterquarz und seiner Freunde – Freibeuter Nathaniel mit seinem haarigen Begleiter "das Viech" sowie Elfenprinzessin Ivodora. Dabei wird kräftig aus bekannten Fantasyfilem und -romanen zitiert. So trifft man in einer Szene auf den Tod persönlich, der hier ganz ähnliche Charakterzüge aufweist wie sein Kollege aus den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett. Der Tod ist extrem frustriert, weil er ausgerechnet in einem Adventure festsitzt. In diesem Spielegenre stirbt ja bekanntlich nie jemand. Also leidet der Gute unter furchtbarer Langeweile und Arbeitslosigkeit. Sein wichtigstes Werkzeug, das Buch der Toten, ist ständig leer. Da der Spieler aber dringend ins Totenreich reisen muss, bleibt ihm keine andere Wahl als den Tod abzulenken, während Held Wilbur seinen Namen ins Buch einträgt. Man wirft also ein paar Feuerwerkskörper in einen nahestehenden Ofen und wartet, bis Gevatter Tod diesen fasziniert anstarrt. Während man im Hintergrund das Buch bearbeitet kommentiert der Tod das Geschehen mit: "Ich weiß zwar nicht, warum der Ofen diese Geräusche macht, aber aus irgendeinem Grund kann ich auch nicht wegsehen." Das Adventure, das im ersten Quartal des kommenden Jahres erscheinen soll, verspricht auch ansonsten jede Menge absurde Momente und Rätsel mit Schmunzelfaktor.
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Geistreich und humorvoll: neue Adventurewelten
Einige wenige Spielszenen gab es erstmalig auf der Games Convention vom kommenden Adventure der deutschen Softwareschmiede Deck 13 zu sehen, die durch die Ankh-Serie bekannt wurde. Das neue Werk soll den Namen Haunted ("verfolgt", aber auch "verzaubert") tragen. Wie bei ungewöhnlich vielen der Titel, die dieses Jahr in Leipzig gezeigt wurden, spielen auch hier Geister eine wichtige Rolle. Unter ihnen sind welche, die sich als durchaus hilfreich erweisen und für die Heldin Aufgaben erledigen. Die Grafik sieht deutlich erwachsener aus als bei den Ankh-Spielen und erinnert stärker an japanischen Zeichenstil. Auch bei Haunted soll nach bester Deck-13-Tradition der Humor nicht zu kurz kommen – es ist also gewiss keine bierernste Schauergeschichte zu erwarten. (Nico Nowarra) / (psz)