Apple: iPhone-Hacks gefährden Mobilfunknetze

Apple sieht durch geknackte iPhones die Betriebssicherheit von Mobilfunknetzen gefährdet: Der Zugriff auf Grundfunktionen des Handys erlaube die Manipulation von Sendemasten etwa durch Denial-of-Service-Attacken.

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Von
  • Christian Kirsch

In einer Antwort (PDF-Dokument) auf Fragen des US-amerikanischen Copyright Office äußert der Computerkonzern Apple Befürchtungen, per "Jailbreak" geknackte iPhones könnten Mobilfunknetze gefährden. Wer einmal Zugriff auf den für den Funkverkehr zuständigen "Baseband Processor" (BBP) habe, könne Kommandos an den nächsten Sendemast absetzen – beispielsweise um die vom Anbieter vorgesehene Paketgröße zu ändern oder Kosten für den Datenverkehr zu vermeiden.

Auch noch schädlichere Aktionen seien denkbar, etwa eine Denial-of-Service-Attacke, die die Software des Funkmastes zum Absturz bringen und ihn so komplett lahmlegen könne. "Kurz: Kontrolle über die BBP-Software ist im Wesentlichen dasselbe wie die Firewall eines Firmencomputers zu durchbrechen – mit potenziell katastrophalem Ergebnis", fasst Apple seine Befürchtungen zusammen.

Die Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) hatte gefordert, das Knacken eines iPhone per Jailbreak nicht als Verletzung des US-Copyrightgesetzes (DMCA (Digitial Millenium Copyright Act)) zu verfolgen. Nach ihren Vorstellungen sollte das Copyright Office drei Jahre lang das Öffnen des Geräts für andere Software via Jailbreak gestatten. Apple reagierte mit seinem Dokument auf Fragen der Behörde und brachte mit den angeblichen Fähigkeiten des Mobiltelefons nicht nur Wired zum Staunen. (ck)