Erstmals echte grüne Laserdiode

Japanische Forscher haben eine Laserdiode entwickelt, die ohne Hilfsmaßnahmen wie Frequenzverdopplung grünes Licht emittiert. Eine solche Diode würde hochkompakte Laserbeamer und extrem scharfe Laser-TVs ermöglichen.

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Einer Forschergruppe aus den Halbleiterlaboren der japanischen Sumitomo Electric Industries ist es offenbar gelungen, einen Chip aus Galliumnitrid und weiteren Halbleitermaterialien zu entwickeln, der Licht mit einer Wellenlänge von 531 Nanometer emittiert. Dies entspricht der Wellenlänge von Grün, die üblicherweise in Displays und Projektoren genutzt wird.

Der Lichtstrahl von Laserdioden bleibt auch auf große Distanzen scharf fokussiert

Bislang muss das grüne Laserlicht über Phasenkoppler und Konverter durch Frequenzvervielfachung aus anderen Quellen wie zum Beispiel Infratorlicht erzeugt werden. Eine echte grüne Laserdiode gibt es nicht. Deshalb nutzte etwa Microvision für sein Picobeamer-Modul grüne Leuchtdioden (respektive gepumpte grüne Laserdioden) im Verbund mit echten Laserdioden, die rotes und blaues Licht emittieren – letztere gibt es übrigens erst seit etwa 15 Jahren.

Die Effizienz der vorgestellten grünen Diode ist noch nicht besonders hoch: Lediglich 0,1 Prozent der hineingesteckten Energie konnten die Forscher als gepulstes Laserlicht gewinnen. Dazu legten sie etwa 20 Volt an den Schichtaufbau; herkömmliche Dioden begnügen sich mit 1 bis 3 Volt. Auch wenn diese Daten nicht überragend sind, ist die Entwicklung ein wichtiger Schritt für die Beleuchtung von Displays und Beamern mit Laserlicht.

Ein Riesenvorteil des Laserlichts liegt darin, dass das projizierte Bild stets fokussiert ist, weil sich der Lichtstrahl nicht auffächert. So kann man etwa auf beliebig geformte Oberflächen projizieren und enthält trotzdem an jeder Stelle eine scharfe Abbildung. Für Minibeamer in Handys ist diese Eigenschaft hochinteressant. (uk)