Handy für Blinde

Auf der CeBIT will Siemens ein Handy für Sehbehinderte zeigen, das statt eines Displays eine 20-stellige Braille-Zeile besitzt.

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Auf der CeBIT will Siemens als Anwendungsbeispiel seines GSM-Funkmoduls MC45 ein Handy zeigen, das statt eines Displays eine 20-stellige Braille-Zeile besitzt. Der Mobile Phone Organizer (MPO) stammt vom niederländischen Unternehmen Alva. Es soll blinde Anwender oder Nutzer mit stark eingeschränkter Sehfähigkeit in die Lage versetzen, die textbasierten Anwendungen moderner Mobiltelefone wie Telefonbuch oder Kurzmitteilungen zu nutzen.

Die etwa 15 Zentimeter lange Braille-Zeile des MPO besteht aus 20 Zellen mit je acht Drahtstiften, die piezoelektrisch angesteuert werden und Buchstaben in Blindenschrift abbilden. Über eine Braille-Tastatur mit acht Tasten lassen sich Kurznachrichten verfassen oder Einträge im Terminkalender vornehmen. Das Braille-Handy soll ab Sommer auf den Markt kommen.

Das MPO basiert auf dem Siemens-Modul MC45, das bereits alle wichtigen Handy-Funktionen enthält. So arbeitet es als Triband-GSM-Gerät in 900- und 1800-MHz-Netzen und im US-amerikanischen 1900-MHz-Funknetz. Als schneller Datendienst kommt GPRS (General Packet Radio Service) zum Einsatz, mit dem das Modul bis zu 53,6 kBit/s empfängt und 26,8 kBit/s sendet (Multislot-Klasse 10). Mit dem Modul TC45 hat Siemens auch ein GSM/GPRS-Modul angekündigt, das dank Java 2 Micro Edition (J2ME) schnell an kundenspezifische Mobilfunkanwendungen angepasst werden kann. (rop)