Indien befürchtet IT-Fachkräfte-Mangel

Nicht nur in Deutschland, auch im boomenden Indien geht die Angst um, künftig zu wenige IT-Fachkräfte im Land zu haben.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Nicht nur in Deutschland, auch im boomenden Indien geht die Angst um, künftig unter einem Mangel an IT-Fachkräften zu leiden. Einer Studie der indischen National Association of Software and Service Companies (Nasscom) zufolge könnte schon in fünf Jahren von der benötigten eine Million IT-Spezialisten rund ein Viertel fehlen. Lücken im indischen Bildungssystem sowie eine mangelnde Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor bei der Berufsspezialisierung gefährdeten den IT-Fachkräfte-Bestand im Land, analysierte die Nasscom. Zudem müsse die IT-Industrie den Studenten künftig zu deutlich mehr Praxiskenntnissen in den Unternehmen verhelfen.

Derzeit gibt es nach Zahlen der Nasscom in Indien rund 650.000 IT-Fachleute, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 24 Prozent bedeutet. Das Durchschnittsalter liegt bei 26,5 Jahren. Das derzeitige Geschlechterverhältnis von 79 Prozent männlichen zu 21 Prozent weiblichen Software-Spezialisten in indischen Unternehmen werde sich innerhalb der kommenden Jahre deutlich zu Gunsten der Frauen verbessern, prognostiziert Nasscom: 2005 soll der Anteil der Frauen in diesem Bereich schon bei 35 Prozent liegen. Der Durchschnittsverdienst indischer IT-Fachkräfte ist laut Nascomm innerhalb eines Jahres um acht Prozent gestiegen.

Indiens Export von Software-Produkten boomt unterdessen. Zwischen April und Dezember 2002 wuchs der indische Export-Umsatz mit Software um 28 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf rund 6,7 Milliarden Euro. Der Anteil der Software-Ausfuhren an der Gesamtheit der indischen Exporterlöse ist nach Nascomm-Zahlen damit von knapp fünf Prozent im Jahr 1997 auf derzeit rund 20 Prozent angestiegen. Etwa 68 Prozent der IT-Dienstleistungen und Software gehen in die USA, 21 Prozent nach Europa und zwei Prozent nach Japan. (pmz)