Elektronische Gesundheitskarte besteht "Abiturprüfung"

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) hat im Rahmen des Forschungsprojektes Pro-Online VSDD ihre Online-Fähigkeiten nachgewiesen.

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Von
  • Detlef Borchers

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) hat im Rahmen des Forschungsprojektes Pro-Online VSDD ihre Online-Fähigkeiten nachgewiesen. Dabei wurden Karten via Konnektor in Testpraxen mit Servern verbunden, auf denen der Versichertenstammdatendienst (VSDD) der Krankenversicherungen läuft. Dieser Live-Abgleich von Versichertendaten ist vorerst die zentrale neue Fähigkeit der eGK. In ihrer Mitteilung spricht die Projektgesellschaft Gematik darum von der "bestandenen Abiturpüfung" der Gesundheitskarte. Mit dem Test sei die wichtigste Voraussetzung für den Start des Karten-Rollouts in Deutschland erfüllt.

Bei dem von der Gematik und dem Fraunhofer-Institut SIT durchgeführten Forschungsprojekt wurden 1000 echte Gesundheitskarten der neuesten Generation eingesetzt und insgesamt 4000 Mal mit den Stammdatendiensten der am Test beteiligten Krankenversicherungen verbunden. Neben dem Datenabgleich zwischen eGK und Versichungsdaten wurde auch getestet, wie Daten auf Gesundheitskarten neu geschrieben werden können. Der Online-Test wurde durch eine Sicherheitsanalyse des Fraunhofer-Institutes SIT begleitet, die dem System ein hohes Maß an Datensicherheit und Datenschutz attestiert. Angaben zur Laufzeit der Daten (Lesezeiten der eGK in einer Praxis) wurden nicht gemacht.

Am Test waren mit der AOK, Barmer, DAK, deutsche BK, IKK, KKH und TK alle großen gesetzlichen Krankenversicherungen beteiligt. Sie erwarten vom Stammdatendienst jährliche Einsparungen in Millionenhöhe, wenn etwa Adressdaten der Versicherten nach einem Umzug einfach geändert werden können.

Im Anschluss an den Pro-Online VSDD-Test sollen nun weitere Online-Tests einzelner Fachdienste (elektronisches Rezept, freiwillige Anwendungen) mit den jeweiligen Fachdienst-Servern erfolgen. Außerdem können nun die Vorbereitungen zu den nächsten Testphasen, den sogenannten 10.000er- und 100.000er-Tests, anlaufen. Sie sind auf die Online-Anbindung angewiesen.

Neben dem Online-Abgleich der Versichertenstammdaten wurde nach Angaben der Gematik die parallele Nutzung des VPN KV SafeNet getestet, über das Ärzte an die Rechenzentren der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) angeschlossen sind. Bei dieser für den Arzt wichtigen Kommunikation der Abrechnungsdaten spielt die eGK der Versicherten keine Rolle. (Detlef Borchers) / (jk)