China lanciert arabisch-sprachigen 24-Stunden-TV-Kanal

Die Volksrepublik visiert mit dem Satelliten-Sender 300 Millionen Zuseher im Nahen Osten und in Nordafrika an, um das Bild Chinas in der Welt zu verbessern.

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Von
  • Thomas Pany

China startet einen arabisch-sprachigen Satelliten-Fernsehsender, um im Nahen Osten und in Nordafrika für die Verbreitung eines besseren Chinabildes zu sorgen. Wie der staatliche Fernsehsender CCTV (China Central Television), der dem Ministerium für Radio, Film und Fernsehen der Volksrepublik untersteht, berichtet, soll der Kanal mit 24 Stunden Sendebetrieb am Tag via Satellitenschüssel 300 Millionen Zusehern in 22 arabisch-sprachigen Ländern empfangen werde.

Mit anfänglich 80 Beschäftigten konkurriert der neue TV-Kanal mit bereits etablierten Fernsehstationen, wie die Marktführer Al-Dschasira und Al-Arabia, sowie mit westlichen Sendern, wie zum Beispiel dem arabisch-sprachigen Fernsehkanal der BBC. 6,6 Milliarden Dollar beträgt laut Informationen der Washington Post das Budget des Senders, der Nachrichten, Reportagen, Unterhaltung und Bildungsprogramme verbreiten will. Wie der Vizepräsident der CCTV, Zhang Changming, auf einem Presseempfang mitteilte, bestehe das Ziel des neuen Kanals darin, die Kommunikation zwischen China und arabischen Staaten zu verbessern, darüberhinaus soll er "der Welt das wirkliche China vorstellen". Ein russisch-sprachiger Fernsehkanal ist in Vorbereitung.

In der Vergangenheit hat sich China, wie etwa im Fall der Unruhen in Tibet oder kürzlich bei den Auseinandersetzungen in der Uiguren-Provinz Xinjiang, häufig über tendenziöse Berichterstattung ausländischer Medien beklagt und sie auch der Anstachelung der Konflikte beschuldigt. Im eigenen Land verfolgt China eine sehr restriktive Informationspolitik. In den vergangenen Monaten wurde der Zugang zu YouTube gesperrt. Auch der Zugang zu Facebook, Twitter und Flickr sowie zu chinesischen Sozialen-Netzwerk-Seiten und Mikrobloggingdienste wird, zeitweilig oder gänzlich, blockiert. Die Webseite "Reporter ohne Grenzen" berichtete in der vergangenen Woche von Bloggern, die im Juni festgenommen wurden, weil sie über die Vergewaltigung einer jungen Frau geschreiben hatten, die im Februar 2008 durch das Verbrechen zu Tode kam. ()