Unterschriftensammlung gegen Gängelung von E-Book-Käufern
Die Free Software Foundation will mit einer Petition erreichen, dass der Online-Einzelhändler Amazon künftig bei seinen E-Books auf digitale Nutzungskontrolle verzichtet.
Die Stiftung Free Software Foundation (FSF) fordert von Amazon, für seinen E-Book-Reader Kindle künftig Bücher komplett ohne Digital Rights Management (DRM) anzubieten. Sie hat diese Woche eine Unterschriftenkampagne gestartet, durch die dem Online-Einzelhändler deutlich gemacht werden soll, dass DRM den freien Austausch der Ideen bedrohe, wenn er zur Kontrolle der Kunden eingesetzt werde.
Amazon hatte im Juni das Werk "1984" von George Orwell und andere E-Books über die Synchronisierungsfunktion des E-Book-Readers Kindle gelöscht. Amazon-Chef Jeff Bezos habe sich für diesen Vorfall zwar bereits entschuldigt und versprochen, dass so etwas nicht wieder vorkommen soll, das Unternehmen habe aber noch nichts grundlegend geändert, meint die FSF laut Mitteilung. Amazon solle es gar nicht erst technisch möglich sein, seine Versprechen zu brechen. Der einzige Weg, den freien Fluss der Ideen zu schützen, sei die Abschaffung der digitalen Nutzungskontrolle.
Zu den Unterstützern der FSF-Initiative gehört der Rechtsprofessor Lawrence Lessig, der unter anderem die Gesellschaft Creative Commons gegründet hat, der Schriftsteller Lewis Hyde und der Harvard-Professor John Palfrey. Palfrey meint, durch Bücher mit digitalen Einschränkungen sei es in der Zukunft Bibliotheken nicht möglich, einen freien Zugang zum Wissen der Menschheit zu garantieren. Neben der potenziellen Buchfernlöschung kritisiert die FSF auch die Möglichkeit für Rechteinhaber, die Vorlesefunktion auf dem Kindle deaktivieren zu lassen. (anw)