Studie: Strafen fĂĽr Hacker und Cracker sind in den USA zu hart
US-amerikanische Bürgerrechtler sehen keine Verhältnismäßigkeit zwischen den Auswirkungen und den Strafen für Computerkriminalität.
Computerkriminalität wird in den USA zu hart bestraft. Zu diesem Schluss kommt eine Stellungnahme der National Association of Criminal Defence Lawyers (NACDL). Das Papier hat die Anwaltsvereinigung zusammen mit der Electronic Frontier Foundation (EFF) und dem Sentencing Project erarbeitet. Darin heißt es, unter den wenigen Fällen der Bestrafung im Sinne des Computer Fraud and Abuse Act ging es nur bei wenigen darum, dass der Öffentlichkeit ernsthaft finanziell geschadet worden sei.
Damit widerspricht das Papier dem Homeland Security Act, in dem härtere Strafen für Hacker gefordert werden: Der Homeland Security Act gehe fälschlicherweise davon aus, dass Hacker- oder Cracker-Vergehen Terrorismus gleichzusetzen seien. Vielmehr handele es sich bei solchen Straftaten eher um Wirtschaftskriminalität. Eine der Autoren des Papiers, Jennifer Grannick, meint überspitzt, Leute mit besonderer Befähigung würden auch besonders bestraft, nach dem Motto: "Wenn wir nicht in der Lage sind, solche Verbrechen zu begehen, müssen die, die dazu in der Lage sind, härter bestraft werden."
Als Beispiele für die "Gewöhnlichkeit" von Computerverbrechen zählt der Bericht 59 Straftaten auf, die das US-amerikanische Justizministerium auf seiner Website veröffentlicht. In 43 der aufgezählten Fälle hätten die Angreifer ausschließlich in eigenem privaten Interesse gehandelt. In 15 Fällen sei das öffentliche Interesse betroffen gewesen und nur in einem einzigen Fall die öffentliche Sicherheit durch einen Jugendlichen gefährdet. Der Bericht befindet, dass die Anzahl der Fälle äußerst gering sei und auch der Anteil derjenigen, in denen die Öffentlichkeit betroffen gewesen sei. (anw)