Jährlich 40 Milliarden Dollar Umsatz auf grauem IT-Markt
Möglich werden die Geschäfte auf dem grauen Markt durch den Missbrauch von Vertriebsvereinbarungen und Rabattaktionen.
Der graue Markt bedroht IT-Hersteller und autorisierte Händler zunehmend, ist das Ergebnis einer Studie der Berater und Wirtschaftsprüfer von KPMG. Dabei bedeutet Handel auf dem grauen Markt, dass Kunden Hardware-Produkte ohne Zustimmung oder Wissen des Herstellers bekommen -- in vielen Fällen ohne gültige Garantie oder gar mit gefälschten Einzelteilen.
Der Umsatz auf dem grauen Markt beträgt nach KPMG-Schätzungen rund 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr; den Herstellern entsteht dadurch ein jährlicher Verlust von rund 5 Milliarden US-Dollar. Der darüber hinaus gehende Image- und Markenschaden sowie der schwindende Vertrauensverlust der Kunden dürfte ebenfalls schwer wiegen.
Möglich werden die Geschäfte auf dem grauen Markt etwa durch den Missbrauch von Vertriebsvereinbarungen und Rabattaktionen. Nach Erkenntnis von KPMG nutzen Händler etwa offizielle Rabattaktionen, um sich mit verbilligten Geräten einzudecken -- davon setzen sie dann einen Großteil auf dem grauen Markt ab.
Kritik äußerte KPMG daran, dass alle befragten Unternehmen zwar einen Verantwortlichen für den Bereich "grauer Markt" benannt haben, dieser sich aber nur in jeder dritten Firma ausschließlich dem Thema widme.
Die Studie erstellte KPMG in Zusammenarbeit mit der Anti-Gray-Market-Allianz, einem Zusammenschluss von IT-Unternehmen in den USA. Befragt wurden 11 führende Hersteller, 43 autorisierte Händler sowie zehn große Handelsorganisationen in der ganzen Welt. (tol)