Britische Labour Party setzt auf Social Networks

Die regierende britische Labour Party hat eine ihrer Unterhaus-Abgeordneten damit beauftragt, den Wahlkampf in den neuen Medien zu koordinieren und Parteifreunde an Social Networks heranzufĂĽhren.

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Die in Großbritannien regierende Labour Party will im Wahlkampf zu den Unterhauswahlen 2010 verstärkt auf neue Medien, insbesondere Social Networks, setzen. Sie hat an diesem Wochenende die Unterhaus-Abgeordnete Kerry McCarthy zur Kampagnenleiterin für neue Medien auserkoren. Britische Medien titulieren McCarthy kurz als "Twitter tsar".

McCarthy soll die Internetaktivitäten ihrer Partei koordinieren und ihre Parteikollegen und Unterstützter an die neuen Medien heranführen. Die Politikerin ist in der Tat selbst auf Twitter aktiv und hat dort über 2000 Nutzer, die ihre Kurznachrichten (Tweets) ständig verfolgen (Follower), doch in einem Eintrag in ihrem Weblog nimmt sie von dem von den Medien verliehenen Titel Abstand. Über den Mikroblogging-Dienst und Weblogs hinaus fasst sie auch andere Anbieter wie zum Beispiel Facebook ins Auge; auch LinkedIn habe Potenzial, wie sie in einem Interview erläutert.

Die britische Tageszeitung The Independent hatte McCarthy im Juli zur einflussreichsten Abgeordneten auf Twitter erklärt. Für sie gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem traditionellen und dem modernen Wahlkampf mit neuen Hilfe neuer Medien. Die Wahlkämpfer machten das, was sie immer schon gemacht hätten, nun in einem neuen Umfeld. Die Social Networks könnten eine Stütze des herkömmlichen Wahlkampfs sein. Twitter eigne sich wegen der niedrigen Einstiegshürde und des geringen Aufwands besonders gut und könne auch mobil eingesetzt werden.

Wie Twitter für politische Zwecke genutzt werden könnte, zeigte McCarthy im Juni zur Europawahl. Sie erläuterte auf einer Website der Labour Party, wie eine Kampagne des Premierministers Gordon Brown gegen die rechtsextreme British National Party über den Mikroblogging-Dienst unterstützt werden könnte. Sie rief Parteifreunde dazu auf, Twitter beizutreten und einen in der Tageszeitung veröffentlichten Aufruf dort weiterzuverbreiten. Auf der Homepage der Labour Party werden ständig Tweets von Parteigängern eingeblendet. (anw)