Nambu überlässt Linkverkürzer tr.im der Community
Nambu Networks will dem "geschlossenen System" Twitter/bit.ly ein offenes Modell eines Linkverkürzungsdienstes entgegenstellen. Er soll von der Internetgemeinde getragen und weiterentwickelt werden.
Das US-Softwareunternehmen Nambu Networks will die Internetadresse seines Linkverkürzers tr.im der Internetgemeinde überlassen und den Quellcode hinter dem Dienst öffnen. Nambu wollte tr.im ursprünglich schließen, beschloss dann aber, weiterzumachen und nach Möglichkeiten zu suchen, den Dienst aufrechterhalten zu können. In einem Weblog-Eintrag entschuldigt sich Nambu-Chef Eric Woodward für die Übereile. Er sei aber weiter davon überzeugt, nach der Entscheidung des Mikroblogging-Dienstes Twitter für bit.ly als voreingestellten Linkverkürzer nicht ausreichend Expansionsmöglichkeiten zu haben, um weiter investieren zu können.
Nun will Nambu der hermetischen Partnerschaft Twitter/bit.ly ein offenes Modell entgegensetzen, heißt es in dem Weblog. Das Unternehmen will bis zum 15. September auf seine Rechte an der Domain tr.im verzichten und diese der Internetgemeinde überlassen. Wie das geschehen soll, muss noch rechtlich geprüft werden. Der Quellcode soll unter der MIT-Lizenz veröffentlicht und zur Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt werden. Auch soll das Mapping der verknüpften URLs selbst offengelegt werden, sodass auch statistische Auswertungen möglich sind.
Woodward hofft, dass tr.im eines Tages komplett in der Hand einer Community und von Freiwilligen weiterbetrieben wird. Für die Kosten will tr.im Spenden einsammeln, zum Beispiel von jenen, die den Dienst auf ihrer Website einbinden wollen. Bei Finanzierungslücken will Woodward selbst einstehen. Für Nambu seien die operativen Kosten, die durch den Dienst entstehen, eine Belastung, für ihn selbst nicht. In Kürze will tr.im Daten zur Nutzung und zu seiner finanziellen Lage offenlegen.
Der Nambu-Chef berichtet, bit.ly habe vergangene Woche 10.000 US-Dollar geboten für die Domain tr.im und alles, was dazugehört. Der Konkurrent habe das Angebot offensichtlich unterbreitet, um sich selbst als Linkverkürzer und seinen geplanten URL-Mappingdienst 301works.org ins Gespräch zu bringen. Woodward habe das "durchschaubare Angebot" abgelehnt. 301works.org sei nur ein wenig mehr als eine PR-Aktion. (anw)