Noch keine großen OLED-TVs von Sony

Sonys TV-Abteilung soll keine roten Zahlen mehr schreiben und legt deshalb die Markteinführung größerer OLED-Fernseher auf Eis.

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Sonys TV-Abteilung soll keine roten Zahlen mehr schreiben und legt deshalb die Markteinführung größerer OLED-Fernseher auf Eis, berichtet das Wall Street Journal. Das japanische Unternehmen hat seit geraumer Zeit Probleme, mit Flachbildfernsehern richtig Geld zu verdienen. Zunächst hatte man deshalb unter anderem beschlossen, kostengünstigere TV-Panels für Einstiegsgeräte einzukaufen. Dann ersetzte Sony-Chef Howard Stringer den Präsidenten der TV-Sparte, Ryoji Chubachi, durch Yoshihisa Ishida – Chubachi ist ein großer Verfechter neuer Techniken und hatte noch Anfang 2008 große Pläne mit den OLEDs, Ishida dagegen durch seine Arbeit im (Vaio-) PC-Business an kostenbewusste Planung gewöhnt.

Sonys 11-zölliger XEL-1 wird erstmal kein größeres Pendant bekommen.

Unter Kosten-Gesichtspunkten ist es nur konsequent, die Einführung eines größeren OLED-TV als den im Handel befindlichen XEL-1 zu vertagen. Der OLED-Fernseher, den Sony vor eineinhalb Jahren mit viel Brimborium auf den Markt gebracht hat, wird nach Einschätzung von Analysten mit extrem geringer Ausbeute (Yield) gefertigt: Nur 60 Prozent der produzierten Displays sind demnach brauchbar, mehr als jedes dritte kann in die Tonne. Da dürften auch die wenig kundenfreundlichen 3500 Euro für den schlanken 11-Zöller knapp kalkuliert sein.

Allerdings hatte selbst Howard Stringer stets betont, dass der XEL-1 ein Vorzeigeprodukt sei, mit dem man nicht zwingend Geld verdienen müsse. Für ein größeres OLED-TV scheint diese Einschätzung wohl auch angesichts der angespannten Weltwirtschaft nicht mehr gültig. Sonys TV-Chef Ishida hatte anlässlich der Finetech in Japan im April des Jahres erläutert, man wolle sich auf die Entwicklung hochauflösender Fernseher mit LED-Backlight und geringem Stromverbrauch konzentrieren. Das sprach bereits nicht unbedingt für die Präsentation eines größeren organischen Fernsehdisplays.

Der Weltmarkt für organische Diplays rekrutiert sich im Wesentlichen aus OLEDs für Mobilgeräte: Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts DisplaySearch wird er von 600 Millionen US-Dollar in 2008 in den kommenden fünf Jahren auf über 7 Milliarden US-Dollar wachsen. Der Umsatz lag im ersten Quartal dieses Jahres bei 143 Millionen Dollar und damit 8 Prozent unter dem des Vorquartals. Allerdings werden es immer mehr Aktiv-Matrix-OLEDs, also Displays mit Pixeltransistoren statt einer passiven Ansteuermatrix – diese sind besser und auch teurer. Marktführer im Bereich der organischen AM-Displays ist Samsung Mobile Display (SMD). Die Koreaner hatten Anfang des Jahres ihre Bereiche OLED (Samsung SDI) und Mobile (Samsung Electronics) zur SMD zusammengelegt, um wirtschaftlicher Mobildisplays entwickeln zu können. Mit Erfolg: SMDs erzielte bei den OLEDs im ersten Quartal 2009 einen Marktanteil von 37 Prozent. (uk)