Hightech aus Japan in der Forschungshalle
Ungewöhnliches gibt es in der Forschungshalle auf der Hannover Messe naturgemäß häufiger zu sehen.
Ungewöhnliches gibt es in der Forschungshalle auf der Hannover Messe naturgemäß häufiger zu sehen. Aber drei nackte Schaufensterpuppen ohne Unterleib, die sich graziös hin und her drehen, fallen auch dort etwas aus dem Rahmen. Zu sehen sind die drei auf den Namen Palette hörenden Halbdamen im Japan Pavillon, wie sich der Ausstellungsbereich zu Forschung und Entwicklung im Partnerland der Hannover Messe in Halle 2 nennt. Sie verfolgen die Betrachter mit einer Kamera, werten aus, wie weit oder nah diese kommen, wohin sie schauen und wann sie gehen. Ein genetischer Algorithmus lernt daraus, welche Bewegungen aus Palettes Repertoire die Betrachter am meisten fesseln. Ihr Entwickler Tatsuya Matsui von Flower Robotics will damit nicht nur Schaufenster beleben, sondern auch Marktforschung betreiben: "Die Kamera könnte auch auswerten, ob die Kunden lieber blaue oder gelbe Taschen mögen, und diese stehen dann am nächsten Tag im Schaufenster." Nachts könnte Palette dann als Teil des Überwachungssystems arbeiten.
Hightech aus Japan in der Forschungshalle (4 Bilder)

Palette analysiert die Reaktionen der Betrachter auf ihre Bewegungen
Gleich daneben führt das japanische National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) den HRP-2 vor, einen humanoiden Roboter mit einer offenen Architektur, der seit fünf Jahren als Forschungsroboter an Universitäten und Organisationen ausgeliehen wird. Neben Palette wirkt der 1,54 Meter große und 58 Kilogramm schwere Humanoide zunächst etwas grobschlächtig, bekommt aber bei einer kurzen Vorführung eines japanischen Tanzes, den er mit Hilfe eines Motion-Capture-Systems gelernt hat, doch auch ein wenig Eleganz in die Bewegung.
Das AIST, die in Japan wichtigste Institution, um aus Forschung Innovationen zu generieren, belegt einen großen Teil des japanischen Bereichs, in dem auch etliche Firmen ausstellen. Das AIST zeigt neben dem Paro, einer in der Altenpflege eingesetzten Roboterrobbe, eine Vielzahl an Projekten zu unterschiedlichsten Themen wie Solarzellen, Nanoröhrchen, Stickoxidentfernung, optische Schalter, Nanodrucker, Mensch-Maschine-Interfaces, 3D-Fußgänger-Navigationssystem oder Computersehen in der Sicherheit. (anm/c't) / (jk)