Notebook von Framework lässt sich trotz vollen Akkus nicht einschalten
Wenn ich meinen Laptop einige Zeit nicht benutze, lässt er sich trotz vollen Akkus erst einschalten, wenn ich ein Netzteil anstecke. Was hat es damit auf sich?
Wenn ich meinen Framework-Laptop mit 11. Core-i-Generation einige Zeit nicht benutze, lässt er sich trotz eines vollen Akkus erst einschalten, wenn ich ein Netzteil anstecke. Auch sind dann alle BIOS-Einstellungen und das Datum zurückgesetzt. Was hat es damit auf sich?
Ursache ist eine leergelaufene BIOS-Batterie. Framework nutzt im Sinne der Nachhaltigkeit dafür keine Einwegzellen, sondern wiederaufladbare Knopfzellen im Format ML1220. Solche fassen nur um die 17 mAh und sind deshalb viel schneller erschöpft als etwa CR2032-Zellen (bis 180 mAh). Obendrein ist ihre Selbstentladung höher.
Vielnutzer, die den Laptop täglich verwenden und dabei regelmäßig ein Netzteil anstecken, werden nie auf das Problem stoßen, weil die ML1220-Zelle dabei ebenfalls immer nachgeladen wird. Im oben geschilderten Nutzungsszenario sieht das anders aus – und wenn die ML1220 leer ist, lässt sich der Laptop ohne Netzteil nicht mehr einschalten, weil die BIOS-Batterie dafür eine Mindestspannung liefern muss. Bei Mainboards mit 12. Core-i-Generation umschifft Framework die Fehlerquelle mit einer zusätzlichen Schleife in der Hardware: Darin kann bei abgezogenem Netzteil auch der Hauptakku die ML1220 laden.
Wenignutzer der ersten Laptop-Generation müssen sich hingegen mit dieser Kinderkrankheit ihres Geräts abfinden. Als Workaround bietet sich etwa an, den Laptop mit eingestecktem Netzteil zu lagern. Das stresst den Akku kaum, wenn man vorher im BIOS eine Ladeobergrenze von 80 Prozent oder weniger wählt. Zumindest sollte man die Laptop-Eigenheit im Hinterkopf haben und vor einer Reise, auf der man erst mal keinen Zugriff auf ein Netzteil hat, dieses anstecken und den Laptop noch einmal einschalten – was sich ohnehin empfiehlt, damit der Akku voll ist und das Windows Update auf dem aktuellen Stand. Die ML1220 braucht zum vollständigen Aufladen mehrere Stunden; Framework empfiehlt sogar einen Tag.
Es schadet nicht, wenn man als Laptop-Nutzer der ersten Stunde sein Exemplar aufschraubt und die ML1220 näher in Augenschein nimmt: Ist die Zelle aufgebläht oder sind nach dem Herausnehmen Korrosionsspuren zu sehen, weil sie ausgelaufen ist, sollte sie ersetzt werden. Der Austausch lässt den Fehler mitunter ebenfalls verschwinden, wenn die frische Zelle wieder lange genug für das eigene Nutzungsprofil durchhält. Keinesfalls dürfen Sie jedoch Einwegzellen im physisch identischen Format CR1220 stattdessen einsetzen. Wenn das Mainboard versucht, die Einwegzelle zu laden, besteht Brandgefahr!
Im Framework-Forum findet man einen Modifikationsvorschlag für die Ladeschaltung und den Bericht eines Bastlers, der die 1220er-Fassung vom Mainboard entfernt und eine 2032er-Halterung an den Kontakten angelötet hat. Die größere ML2032-Zelle (rund 90 mAh) hilft ihm über die Runden, benötigt aber viel mehr Platz: Sie nimmt bei der gezeigten Modifikation den Bauraum ein, der für ein zweites SO-DIMM-Modul vorgesehen ist. Der Nutzer verzichtet also auf flotten Dual-Channel-Betrieb des Arbeitsspeichers.
(mue)