Neuer Smartphone-Browser beherrscht auch i-mode
Wer hätte gedacht, dass Web-Browser für Smarthpones auf den Markt kommen, die sogar Frames darstellen und SSL-Verbindungen aufbauen können...
Das Nokia-Smartphone 7650 kann zwar mit einem eingebauten Browser auf WAP-Dienste zugreifen, für die Darstellung "echter" Internet-Seiten im HTML-Format braucht man aber einen gesonderten Browser. NetFront 3.0 ragt aus dem schon ansehnlichen Browser-Angebot für Smartphones mit etlichen Features heraus. Per Just-Fit-Rendering gestaltet die Software komplexe Layouts Handy-gerecht um, sortiert sie also in eine vertikale Spalte um, sodass man ohne horizontales Scrollen auskommt -- der für Sony Ericssons P800-Smartphone entwickelte Opera-Browser arbeitet mit einer ähnlichen Technik namens Small Screen Rendering.
Für 7650-Nutzer, die bislang lediglich auf einfache HTML-Browser wie WebViewer und Doris Browser zurückgreifen konnten, bringt NetFront einen großen Fortschritt. Das Programm unterstützt die aktuellen W3C-Standards HTML 4.01, XHTML 1.0, Dynamic HTML, JavaScript, DOM (Document Object Model), CSS, und sogar SSL-Verbindungen. Verschiedene Darstellungsformen stehen zur Auswahl -- auf Wunsch werden auch Seiten mit Frames und sogar i-mode-Seiten dargestellt. Letztere natürlich nur, wenn sie ohne E-Plus-Abo, also öffentlich zugänglich sind.
So viel Leistung hat aber auch einen Nachteil: Nach der Installation belegt NetFront 1,3 MByte vom nur 4 MByte kleinen Speicher des 7650er Handys -- wer zudem noch Fotos, SMS-Nachrichten, Adressen und Notizen vorrätig halten will, stößt sehr schnell an die Grenzen des nur knapp bemessenen Speichers. Bessere Umgebungsbedingungen wird das neue Nokia 3650 mitbringen, denn da kann man den voluminösen Browser auf eine externe Speicherkarte auslagern. Auch für Besitzer des ersten Symbian-Communicators Nokia 9210, dessen eingebauter Browser lediglich HTML 3.2 unterstützt, ist NetFront interessant.
NetFront stammt von Access Systems und nutzt dieselbe Browser-Technik, die laut Hersteller bereits in 177 verschiedenen Produkten vom Handy bis zum interaktiven Fernseher läuft. Mit 63 Millionen verkauften Lizenzen ist NetFront der erfolgreichste Embedded Browser überhaupt, betont Access. So liefert NetFront sowohl die Basis für den gelungen Web-Browser im neuen Palm-PDA Tungsten T als auch in Toshiba-Handys mit i-mode-Browsern. Auch für Pocket-PC-Geräte existiert eine NetFront-Version. (Christian Just)/ (dz)