Logitechs neue Mäuse tasten auch Glas ab
Logitechs neue Darkfield-Mäuse funktionieren auch auf Glasplatten und spiegelnden Oberflächen – sofern sie nicht zu dünn oder zu sauber sind.
- Gerald Himmelein
Als Microsoft vor einem Jahr seine BlueTrack-Mäuse mit verbesserter Abtastgenauigkeit vorstellte, fand sich in den Produktbeschreibungen stets ein Sternchen: Funktioniert nicht auf Glas oder spiegelnden Oberflächen.
Jetzt stellt Logitech zwei neue Mäuse mit einer eigenen Abtasttechnik vor, die ohne derartige Sternchen auskommen: Darkfield funktioniert auch auf Glasplatten und Spiegelflächen. Die Frage, wer so was braucht, beantwortet Logitech auch gleich. In einer vom Hersteller durchgeführten Studie gaben knapp 19 Prozent (PDF-Link) der Befragten an, mindestens einmal pro Woche mit ihrem Notebook daheim an einem Glastisch zu sitzen. Auch in Hotels und Firmenzentralen erfreuen sich Glasoberflächen ungebrochener Beliebtheit. Da stört ein Mauspad nur die Optik.
Deshalb also Darkfield, eine Mischung aus optischer Abtastung und Laser-Technologie. In der Biologie ist das Prinzip ein alter Hut, dort wird es schon lange in Mikroskopen eingesetzt. Indem man die Oberfläche durch mehrere Lichtquellen aus unterschiedlichen Winkeln beleuchtet, werden durchsichtige und kontrastarme Objekte besser sichtbar.
Für Logitech bestand die Herausforderung darin, die wuchtige Optik ins Mausformat zu übertragen und Problemen wie Streulicht zu begegnen. Und so kommen doch noch ein paar Sternchen zum Tragen: Zunächst muss die Glasplatte mindestens vier Millimeter dick sein; zudem könne es in einer "laborartigen Umgebung" zu Abtastungsproblemen kommen, wenn der Sensor nicht genügend Unebenheiten erfasst. Auch bei "außergewöhnlich sauberem Glas" müsse man möglicherweise warten, bis sich Staub angesammelt habe – es soll aber auch reichen, kurz mit der Hand über die Oberfläche zu streichen.
Wie Microsoft tastet sich auch Logitech zunächst mit zwei hochpreisigen Geräten in den Markt hinein: Die Performance Mouse MX für den Desktop-Gebrauch soll 100 Euro kosten, die für mobile Anwender konzipierte Anywhere Mouse MX 20 Euro weniger. Beide Mäuse sind drahtlos und werden mit einem Mini-Empfänger ausgeliefert, der etwa so groß ist wie eine Euro-Münze. Der Receiver funkt mit 2,4 GHz und nutzt Logitechs neues Unifying-Protokoll.
Die Performance Mouse ist von der Form her kaum von der MX Revolution zu unterscheiden; die Anywhere Mouse ähnelt stark der Notebook-Maus VX Nano. Für Gamer seien die neuen Nager ausdrücklich nicht konzipiert – ähnlich hatte auch Microsoft taktiert und eine BlueTrack-Variante seiner Sidewinder-Maus auf den Markt gebracht. (ghi)