Gamescom

Frühe Online-Auseinandersetzungen im Star-Wars-Universum

Bioware gibt in Köln Einblicke in den Spielablauf des "ersten storyorientierten MMORPGs" Star Wars - the Old Republic (SWTOR). Das Onlinespiel, das im "Krieg der Sterne"-Universum spielt, soll frühestens im kommenden Jahr erscheinen.

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Von
  • Nico Nowarra

Der Schmuggler gehorcht keinem Kommandanten, findet sich im Kampf aber auf der Seite der Jedi-Republik.

(Bild: Bioware)

Auf der Gamescom in Köln können interessierte Messebesucher den aktuellen Entwicklungsstand des Onlinerollenspiels Star Wars – The Old Republic (SWTOR) bewundern, das die Spieler zum Teil der Science-Fiction-Saga machen soll.

Das insbesondere von Freunden des sehr gelungenen Offline-Rollenspiels "Knights of the Old Republic" (KOTOR) heiß erwartete Onlinespiel ist 300 Jahre nach den dort erlebten frühen Geschehnissen in der alten Jedi-Republik angesiedelt – man bewegt sich also rund 3600 Jahre vor der Zeit der ersten Filmtrilogie.

Die Sith, die der dunklen Seite der "Macht" zugetan sind, haben sich nach ihrer Niederlage im Geheimen neu formiert und bringen plötzlich mit Überraschungsangriffen etliche Welten am Rande der galaktischen Republik unter ihre Kontrolle. Schließlich greifen sie sogar Coruscant, die Kernwelt der Republik an, und zwingen den Regierenden einen Waffenstillstand zu ihren Bedingungen auf. Dieser erweist sich jedoch als brüchig; die Spannungen zwischen der von den Jedi-Rittern gehüteten Republik und dem Sith-Imperium entladen sich bei vierlei Gelegenheiten überall in der Galaxis. Der Spieler entscheidet sich bei SWTOR für eine der beiden Fraktionen, was aber noch nicht bedeutet, dass seine Figur deswegen gut oder böse wäre. Diese Ausrichtung entscheidet sich erst durch das Verhalten innerhalb des Spiels.

Bislang gab es zu dem gemeinsamen Projekt des kanadischen Rollenpielspezialisten Bioware (Baldur's Gate, Neverwinter Nights, KOTOR, Mass Effect) und den Star-Wars-Rechteinhabern von Lucas Arts nur ein paar Trailer und Standbilder zu sehen. Auf der Gamescom gibt es nun erstmals in Europa die Möglichkeit, den Spielablauf in einem bestimmten Bereich live zu erleben. Dabei fällt nicht zuletzt der stark an Comic-Hefte erinnernde Grafikstil ins Auge. Auf möglichst lebensnahe Darstellung hat man bewusst verzichtet, dabei aber das Star-Wars-typische Ambiente erhalten.

Insgesamt sollen in dem Spiel, das frühestens 2010 erscheinen und sich derzeit in einer geschlossenen Alphatest-Phase befinden soll, acht Charakterklassen zur Verfügung stehen. Genaueres weiß man derzeit von dreien – davon gehören der Kopfgeldjäger und der neu vorgestellte Sith-Krieger der dunklen Seite, der Schmuggler hingegen der republikanischen Fraktion an.

Die Sith-Krieger sind so etwas wie die dunklen Pendants der Jedi-Ritter. Auch sie nutzen als Waffen bevorzugt Laserschwerter, bei Bedarf auch mal zwei gleichzeitig. Sie können darüber hinaus eine Reihe von Machtfähigkeiten einsetzen. Ähnlich wie Darth Vader bereits in Star Wars IV – eine neue Hoffnung vorgeführt hat, können sie etwa Gegnern aus der Distanz die Luft abschnüren.

Als Vorbild für die Charakterklasse des Kopfgeldjägers kann die Figur des Boba Fett aus den Filmen gelten.

(Bild: Bioware)

Kopfgeldjäger hingegen traktieren ihre Kontrahenten mit Blasterpistolen und Raketen. Im Verlauf des Spiels haben sie Gelegenheit, sich mit einem Raketenrucksack in die Luft zu erheben und aus sicherer Höhe das Feuer zu eröffnen.

Die Charakterklasse des Schmugglers erinnert an die Filmfigur des Han Solo. Schmuggler sind in erster Linie sich selbst verantwortlich, aber sie liefern den Streitkräften der Republik beispielsweise Waffen und übernehmen auch mal besonders heikle Aufträge gegen das Sith-Imperium.

Überraschend ist, welch großen Wert die Entwickler auf die Spielhandlung gelegt haben, in die die Spieler mit ihren Aktionen eingebettet sind. Jede Charakterklasse hat ihre eigene Geschichte, die in Form von Missionen und Aufgaben erzählt wird. Um diesen Aspekt zusätzlich zu betonen, gibt es zahlreiche Zwischensequenzen mit Dialogen, die allesamt vollständig vertont und eingedeutscht werden sollen. Die Situationen, mit denen der Spieler darin konfrontiert wird, dienen dazu, dass er Entscheidungen treffen kann, die den weiteren Verlauf der Geschichte entscheidend beeinflussen. Damit fühlt sich "The Old Republic" über weite Strecken fast wie ein Einzelspieler-Titel an.

Anders als es ansonsten bei Online-Rollenspielen üblich ist, kommen die vertonten Dialoge auch bei Begegnungen mit spielergesteuerten Figuren zum Einsatz. Wer sich mit und gegen andere Spieler ins Abenteuer stürzt, kann bei solchen Gelegenheiten mit der Maus die Zuordnung von Figuren und Aussprüchen festlegen. Die Macher des Spiels sprechen in diesem Zusammenhang etwas großspurig vom ersten Mehrspieler-Dialogsystem überhaupt. (Nico Nowarra) / (psz)