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First-Person-Shooter im Wechselspiel zwischen den Zeiten

Bei "Singularity" soll der Spieler in der Rolle eines amerikanischen Soldaten das Rätsel um eine russische Insel lösen, die zwischen zwei Zeitebenen hin und her geschleudert wird – die Handlung spielt jeweils verschränkt in den Jahren 1950 und 2010.

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Von
  • Nico Nowarra

Eine Zeitwelle rollt ĂĽber den Spieler hinweg: Erneut vollzieht er einen RĂĽcksprung ĂĽber 60 Jahre.

(Bild: Raven Software / Activision Blizzard)

Mit Singularity entführt Raven Software den Spieler in ein ungewöhnliches Science-Fiction-Szenario. Die Spielgeschichte macht eine kleine russische Insel im Jahr 1950 zum Schauplatz für ein Experiment, das gründlich misslingt und rätselhafte Ereignisse zur Folge hat. Der Versuch Stalins, seinem Volk eine unerschöpfliche neue Energiequelle zu erschließen, scheitert – stattdessen beginnt das gesamte Eiland unkontrolliert zwischen den Jahren 1950 und 2010 hin und her zu springen.

So etwas lässt sich zu Stalins Zeiten noch geheimhalten. Spezialkräfte der Roten Armee sollen alles absichern. Moderne Aufklärungssatelliten des 21. Jahrhunderts jedoch entdecken, dass auf der offiziell gar nicht existierenden Insel Merkwürdiges vorgeht. Ein amerikanischer Aufklärungsflug, der die ungewöhnliche Insel kartografieren soll, lässt den Spieler dort stranden. Auch er muss nun zwischen den Zeitabschnitten pendeln, kann diesen Umstand allerdings auch zu seinem Vorteil nutzen.

Nicht nur Soldaten stellen sich dem Spieler entgegen. Die Anlagen auf der russischen Insel bergen vielmehr schreckliche Ăśberraschungen.

(Bild: Raven Software / Activision Blizzard)

Von den ursprünglichen Bewohnern der Insel ist mit Ausnahme eines alten Einsiedlers niemand übrig. Dafür bekommt der Spieler es mit importierten Gegnern verschiedener Art zu tun. Da sind in der Vergangenheit zunächst die Soldaten des Stalin-Regimes. 2010 stehen ihm russische Spezialeinheiten gegenüber, die im Auftrag Wladimir Putins auf die Insel gekommen sind und dort sondieren sollen, wie die vermeintliche Wunder-Energiequelle von einst sich auf moderne Weise reaktivieren ließe. Auch sie verhalten sich nicht gerade freundlich. Außerdem treiben in den alten Gebäudekomplexen noch Schreckensgestalten ganz besonderer Art ihr Unwesen.

Das wichtigste Werkzeug des Spielers – abgesehen von Schusswaffen verschiedener Art – ist ein spezieller Handschuh. Dieser erlaubt es ihm, Objekte um 60 Jahre altern zu lassen oder um die gleiche Zeitspanne zu verjüngen. So lassen sich etwa eingestürzte Treppen wieder aufbauen, die dem Spieler ein schnelles Vorankommen ermöglichen. Umgekehrt kann man auch die Deckung eines Gegners einfach wegrosten lassen, um ihn leichter treffen zu können.

Die ungewöhnliche Spielmechanik bildet eine angenehme Abwechslung zu üblichen Shootern. Es gibt Schalterrätsel zu lösen, aber auch größere Zusammenhänge wollen mit der Zeit erschlossen werden. Hinweise geben dabei sehr stimmungsvoll in Szene gesetzte Zwischensequenzen. Es sind also nicht nur Kämpferinstinkte gefragt, auch Neugier und Forscherdrang des Spielers werden beschäftigt. Im Verlauf der Spielhandlung macht man etwa alte Tonbänder wieder hörbar und unterzieht zerfallene Berichte einer Verjüngungskur, um sie lesen zu können. (Nico Nowarra) / (psz)