Gamescom

Sonys neue Steuerkonzepte: Mit Kamera und Knöpfchen

Nintendo hat seine Wiimote, Microsoft setzt auf 3D-Kameras. In der Mitte will Sony beide Konzepte verknüpfen und zeigt in Eye Pet und Invizimals neue Bedienstrategien für Videospiele.

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Das Eye Pet reagiert auf Handbewegungen, kann auch Zeichnungen erkennen und nachbauen.

Sony Computer Entertainment zeigt auf der Gamescom in Köln eine neue Generation seiner durch Eyetoy bekannt gewordenen Kameraspiele. Im Weihnachtsgeschäft soll das virtuelle Haustier "Eye Pet" die Playstation 3 besonders für Familien interessant machen. Eye Pet ist ein kleines Maskottchen, das über die mitgelieferte Kamera gesteuert wird. Diese filmt den Spieler, der mit seinen Händen und einer Strichcode-Karte mit dem kleinen Wesen spielt. Das funktioniert in der auf der Messe gezeigten Beta-Version schon recht gut, wenn auch die Minispielchen mit dem Tierchen nicht besonders viel Substanz zu haben scheinen.

Interessant ist Eye Pet aber vor allem durch sein Bedienkonzept. Sony hat sich nämlich von einer reinen Kamerasteuerung, wie sie noch bei den EyeToy-Spielen auf der PS2 üblich war, verabschiedet. In EyePet gibt es zum einen kleinere runde Menüs, die über der Strichcode-Karte eingeblendet wird, und mit Handbewegungen weitergedreht werden kann – was mitunter etwas mühsam ist. Für umfangreichere Menüs lässt Sony den Spieler deshalb zum Controller greifen, wo er mit den Standardknöpfen durch die Auswahl für Accessoires für das Eye Pet blättert. Zunächst wirkt ein solches Bedienkonzept inkonsequent, weil der Spieler immer wieder zum Controller greifen muss.

Shuhei Yoshida, Chef der Spieleentwicklung, hält Kombinationen aus Kamera und Controller für die beste Steuermethode.

Shuhei Yoshida, Chef der Spiele-Entwicklung bei Sony Computer Entertainment, verteidigt die Strategie jedoch: "Bei einer wiederkehrenden seitlichen Handbewegung kann die Kamera nicht wissen, ob der Spieler von rechts nach links oder von links nach rechts blättern will. Ein Controller mit seinen Knöpfen erlaubt eine wesentlich genauere Steuerung, als wenn man seine Hände nur vor der Kamera bewegt", erklärte er im Gespräch mit heise online. Ein 3D-Sensor könne die Genauigkeit zwar erhöhen, er könne jedoch nicht die Präzision eines Controllers erreichen. Deshalb setzt Sony auch auf keine reine Kameralösung, sondern auf eine Kombination mit bunt leuchtenden Fernbedienungen.

Auch die PSP bekommt ihr erstes Kameraspiel. "Invizimals" greift das Pokémon-Konzept auf und lässt Spieler Monster sammeln und gegeneinander kämpfen. Allerdings muss man sie mit der aufgesteckten Kamera in der realen Umgebung aufstöbern. Ein künstliches Radar zeigt die angebliche Richtung der versteckten Invizimal-Monster auf. Es reagiert auf bestimmte Farben und Formen von Möbeln, wie auch auf die Tageszeit. Hat man den richtigen Ort gefunden, legt man eine dem Spiel beiliegende Pappkarte aus, und schon geht das Monster in die Falle. Das Abenteuer soll in langen Videosequenzen erzählt werden. Per WLAN-Verbindung zweier PSPs kann man die Monster auch gegeneinander kämpfen lassen. Die Arenen befinden sich scheinbar im realen Raum, der mit der Kamera gefilmt wird. Um das Monster zu lenken, muss man die PSP bewegen oder schütteln. Gleichzeitig kann man ihm mit den Knöpfen Befehle erteilen.

Invizimals zaubert per Kamera kleine Monster in die Hand des Spielers.

Das Spiel soll zum Jahresende erscheinen – allerdings nur auf UMD. Die neue PSP Go bleibt außen vor, nicht zuletzt, weil der Anschluss für die Kamera eine andere Buchse hat. Laut Sony denke man über einen Adapter nach, mit dem man die alte Peripherie auch an der neuen PSP Go nutzen kann. Das klingt wie eine Notlösung. Weitsichtiger wäre es sicherlich gewesen, wenn man der PSP Go gleich eine interne Kamera spendiert hätte. Denn das Konzept von Invizimals wirkt durchaus vielversprechend. (hag)