Metallpulver aus Elektroschrott: Reco Ventures und Cyrkl arbeiten zusammen
An Elektroschrott mangelt es nicht, recycelt wird er aber nur teilweise. Zwei Startups wollen sich dauerhaft gegenseitig in diesem Geschäftsfeld stärken.
(Bild: Estrada Anton/Shutterstock.com)
Das Münchner Startup Reco Ventures kooperiert jetzt mit seinem kompletten Sortiment von produzierten Metallpulvern mit dem Startup Cyrkl – dadurch kann Reco Ventures mehr Reichweite für sich generieren und Cyrkl sein Angebot erweitern. Die Entscheidung kommt, nachdem vor einigen Monaten erste Tests für die Zusammenarbeit gelaufen waren. Reco Ventures kaufte Maschinen und Elektroschrott über Cyrkl ein, daraufhin folgten intensive Gespräche. Dies hat im Januar zu der Entscheidung geführt, dass nun sämtliche von Reco Ventures produzierte Metallpulver über Cyrkl angeboten werden, gibt der Vorstandsvorsitzende von Reco Ventures, Rudolf von Stokar, bekannt.
Cyrkl betreibt einen europaweiten Marktplatz für Recylcingmaterialien. Reco Ventures hat sich darauf spezialisiert, Elektroschrott vollständig zu recyceln. Das Unternehmen könne aus Abfällen bis zu 61 verschiedene Elemente extrahieren und hochreine Metallpulver aus etwa Kupfer, Aluminium, Stahl, Gold und Eisen herstellen.
Wachsende Schrottmengen
Wie Reco Ventures erklärt, hätten viele Elektrogeräte nur eine kurze Lebensdauer und seien momentan kaum reparierbar. Zwar bewege sich bereits viel rund um bessere Reparierbarkeit von Elektrogeräten und strengere Vorschriften für Unternehmen, die diese Geräte in Umlauf bringen, allerdings häufen sich schon die Schrottmengen der Vergangenheit und Gegenwart.
Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind im Jahr 2019 geschätzt 54 Millionen Tonnen angefallen, 2021 waren es schon 57 Millionen, bis zum Jahr 2030 geht die Abfallwirtschaft von einer Steigerung auf rund 74 Millionen Tonnen Elektroschott pro Jahr aus.
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Reco Ventures sieht sich selbst als Cradle2Cradle-Unternehmen: also ein Unternehmen, welches eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen will, um auch den fortlaufenden Abbau von Materialien weitestgehend unnötig zu machen (Cradle to Cradle = von der Wiege zur Wiege). Begriffe, die eine ähnliche Philosophie umschreiben, sind unter anderem "Urban Mining" oder "Zero Waste".
MĂĽllexporte und Rohstoffhunger
Wie das Unternehmen ausführt, falle der größte Teil an E-Waste in China und den USA an. Gebrauchte Elektrogeräte würden oftmals in Entwicklungsländer verschifft.
Auch Deutschland exportiert Elektroschrott und andere Müllsorten ins Ausland – zum Teil auch illegal. Dies habe vor allem zur Folge, dass durch die wachsenden Schrottmengen und die aktuell geringe Recyclingrate viele wertvolle Stoffe wie Metalle und Mineralien verloren gehen, und durch das Vorgehen von Recyclingfirmen in Entwicklungsländern giftige Chemikalien in die Umwelt gelangen können.
(Bild:Â Statista)
Das Recycling-Unternehmen erhalte in der Regel über Entsorgungsfirmen Computer, Laptops, Smartphones, alte Industriebatterien und metallische Industrieabfälle. Diese zerlegt Reco Ventures. Die hochreinen Metallpulver, die dabei entstehen, sind nun im eigenen Online-Store sowie auf der Plattform Cyrkl erhältlich.
Von Stokar hofft, hiermit sein Netzwerk für den Vertrieb zu vergrößern. Cyrkl will seinerseits "als Plattform Treffpunkt für Recycler, Händler und Einkäufer in Europa werden". So erklärt David Mattersdorfer, Country Manager bei Cyrkl: "Durch den geschaffenen Netzwerkeffekt bietet sich für alle Beteiligten eine größere Reichweite an Kunden, womit wir die Lücken des Abfallsystems in Europa schließen wollen."
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(kbe)