Grid Computing für die Playstation 2
Sony will sich das Grid-System von Butterfly und IBM für seine Online-Spiele zu Nutze machen.
Sony will für seine Spielekonsole Playstation 2 gemeinsam mit IBM und dem Software-Hersteller Butterfly.net ein Grid-Netzwerk aufbauen. Es soll auf der Open Grid Services Architecture basieren und aufwendige Rechenaufgaben auf einzelne, weltweit mit dem Internet verbundene PCs verteilen. So sollen bei einem kräftigen Ansturm von Online-Spielern einzelne Server des Systems gleichmäßig ausgelastet werden. Einzelheiten wollen die Unternehmen kommende Woche auf der Game Developer's Conference in San Jose bekannt geben.
Von neuen Online-Spielen erhofft sich die Branche einen enormen Schub. Dem Markt mit Online-Spielen sagt die Marktforschung Datamonitor bis zum Jahr 2004 ein Wachstum von heute 670 Millionen US-Dollar auf rund 2 Milliarden US-Dollar voraus. Herausforderer und Branchenneuling Microsoft wird seine neue Online-Spieleplattform Xbox Live am 14. März auf der CeBIT in Hannover starten. Microsoft will hier in den nächsten fünf Jahren Investitionen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar bereithalten.
"Microsoft hat einen völlig anderen Weg eingeschlagen", meint David Levine, Chef des Softwareunternehmens Butterfly.net. Das Unternehmen nutze auf allen Ebenen seine eigene PC-Technologie. Dagegen baut das Sony-Netzwerk mit Hilfe von IBM-Servern auf Open-Source-Software von Butterfly.net auf. Die Blade-Server arbeiten mit 14 Dual-Xeon-Prozessoren unter Linux.
Die Grid-Technologie stammt ursprünglich aus dem Bereich der Supercomputer. Um immer höhere Rechenleistungen zu erreichen, verbinden die Computerbauer immer häufiger einzelne Rechner zu einem Netzwerk. Dadurch werden die Kapazitäten deutlich besser ausgenutzt. IBM und Butterfly bieten seit Mai 2002 Grid-Systeme Online-Spielebetreibern zur Miete an.
Sony erhofft sich von dem Einsatz der Technologie für Online-Spiele vor allem auch erhebliche Kostensenkungen für die Spieleentwickler. In dem sich derzeit stark entwickelnden Markt könnte das Unternehmen damit mehr Entwickler anlocken, Produkte für die Playstation zu programmieren. (anw)