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Nachlese: Hineinbeamen in neue Onlinewelten

Wer sich als Reisender durch fantastische Welten gern servergestĂĽtzt in einem Multiplayer-System bewegen will, hat bereits die Qual einer reichen Auswahl. Mit Star Trek Online und Aion stellen sich zwei weitere Kandidaten dem Kampf um die Spielergunst.

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Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Nico Nowarra

Als Gene Roddenberry in den 1960er-Jahren den mächtigen Fernseh-Networks der USA seine Idee für die Science-Fiction-Fernsehserie "Star Trek" anbot, erntete er keine sonderliche Begeisterung. Dennoch ist das Star-Trek-Universum mit seinen mittlerweile fünf TV-Serien, elf Kinofilmen und über 500 Romanen im Verlauf von vier Jahrzehnten zu einem riesigen Kult-Phänomen mit einer internationalen begeisterten Fangemeinde geworden. Was in den Tiefen des Weltalls so alles lauert, dürfen Star-Trek-Freunde bald auch servergestützt gemeinsam erforschen. Bei Star Trek Online schlüpft man in die Rolle eines Captains der Föderation oder eines klingonischen Kommandanten.

Star Trek Online vermittelt feinstes Science-Fiction-Feeling und gibt Gelegenheit, mit Gleichgesinnten im Star-Trek-Universum zusammenzuspielen.

(Bild: Namco Bandai)

Die Handlung spielt ungefähr 30 Jahre nach den Ereignissen des Films "Star Trek: Nemesis". Von den Welten und Phänomenen, die vorkommen, über die Raumfahrzeugmodelle bis hin zu den Rassen begegnet dem Star-Trek-Freund viel Vertrautes. Bei der Charakterzusammenstellung kann er sich allerdings bei Bedarf auch dafür entscheiden, eine ganz neue, eigene Rasse zu erschaffen. Er beginnt das Spiel nicht wie ursprünglich von den Machern vorgesehen als technischer Offizier, sondern befehligt von Beginn an ein eigenes Schiff. Er beginnt mit einem leichten Kreuzer und kann durch erfolgreiche Missionen in der Sternenflotte oder im klingonischen Imperium Erfahrung und Reputation erwerben. Das eröffnet ihm neue Optionen für sein Raumschiff und die Mannschaft.

Besonders letzterer kommt besondere Bedeutung zu. Der Spieler bedient sein Schiff nämlich nicht unmittelbar, sondern indem er seinen Brückenoffizieren Anweisungen gibt. Von deren speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten hängt es auch ab, welche Möglichkeiten er im Raumkampf nutzen kann. Der eine kann Torpedosalven abfeuern, der andere versteht sich darauf, immer ein wenig mehr Leistung aus den Schilden herauszukitzeln. Beim Raumkampf kommt es vor allem auf eine gute Position an. Jedes Schiff hat vier Schilde, die sich bei Beschuss abnutzen. Man muss es also drehen, wenn man nicht zu schnell beschädigt werden möchte.

Einen zweiten Schwerpunkt des Spiels bilden die Außenmissionen, die in 3D-Planetenumgebungen stattfinden und in Third-Person-Perspektive gezeigt werden. Rollenspieltypisch ist es hier sinnvoll und notwendig, das jeweilige "Away Team" möglichst passend zusammenzustellen und auszustatten. Phaser und Tricorder sowie weiteres Gerät ist nach Bedarf mitzunehmen. Was Fans bei "Star Trek Online" bislang schmerzlich vermissen, ist das Erkunden des eigenen Raumschiffs. Man möchte durch Jeffries-Röhren kriechen, den Transporterraum und die Krankenstation besuchen und einen Drink auf dem Freizeitdeck nehmen. Diese Möglichkeiten bietet das für 2010 angekündigte Spiel zunächst noch nicht, sie sollen aber im Rahmen eines Add-ons nachgeliefert werden.

Das Online-Rollenspiel Aion bezieht einen groĂźen Teil seines Reizes aus der zauberhaften Grafik.

(Bild: NCsoft)

Geflogen wird auch bei Aion, allerdings mit Hilfe von Flügeln und nur über kurze Strecken. Der Spieler schlüpft bei diesem Spiel in die Haut eines zumindest optisch engelsgleichen Elyos oder er übernimmt die Rolle eines der weitaus dämonischer wirkenden Asmodier. Beide Völker leben auf oder vielmehr in den Überresten einer zerbrochenen Welt. Elysea, die Heimat der Elyos, ist die untere Hälfte des zerstörten Planeten Atreia. Sie ist vom Sonnenlicht beschienen und ein wahrhaft paradiesischer Ort. Das Gegenstück dazu ist Asmodea: Dort herrscht ewige Dunkelheit – das ist einer der Gründe dafür, dass die Elyos die Asmodier für verflucht halten.

Zwischen den beiden Planetenhälften liegt der Abyss, ein unheimlicher und gefährlicher Ort. Dort kann man nicht nur gegen die jeweils andere Fraktion kämpfen, sondern man trifft auch auf die merkwürdigen Balaur, hünenhafte Krieger, die beiden Seiten gleichermaßen feindlich gegenüberstehen. Aion punktet vor allem durch die sehr detaillierten Spieler- und Monstergestalten. Dank der verwendeten CryEngine können sämtliche Figuren in einer online zur Zeit einmaligen Qualität dargestellt werden. Voraussichtlich Ende September dürfen Spieler ihre Flügel aufspannen. (Nico Nowarra) / (psz)