Google nutzt Maps-Anwender als Stauanzeiger
In den USA will Google ab dieser Woche Verkehrsinformationen für sämtliche Highways bereitstellen, indem es anonymisierte GPS-Daten seiner Maps-Anwender auswertet.
- Christian Kirsch
Wer anderen beim Umfahren von Staus helfen will, soll in seinem mobilen Google Maps "My Location" aktivieren, empfiehlt der Produktmanager Dave Barth in seinem Blog. Denn dadurch überträgt ein GPS-fähiges Handy ständig seine aktuelle Position an die Google-Server.
(Bild: google.com)
Daraus kann die Firma ermitteln, wie schnell sich der jeweilige Anwender bewegt und folglich, wo es Staus gibt. Je mehr Maps-Anwender ihre Bewegungsdaten übermitteln, desto besser das Bild der aktuellen Verkehrslage, schreibt Barth.
Noch ist der Dienst auf die USA beschränkt, wo Google ab dieser Woche sämtliche Highways und Durchgangsstraßen ("arterials") in die Stauanzeige integrieren will. Nutzbar sei er mit den meisten Handys, auf denen Google Maps läuft und die ein GPS-Modul haben – mit Ausnahme des iPhone.
Sorge um den Datenschutz müsse sich niemand machen, denn Google sammle lediglich anonymisierte Geschwindigkeits- und Bewegungsdaten, und das auch nur, wenn der Anwender zugestimmt habe. Außerdem nutze man die Datenmenge zur Verschleierung: Viele Informationen aus einer Region würden so kombiniert, dass einzelne Telefone schwer zu identifizieren seien. Schließlich lösche die Firma den jeweiligen Anfangs- und Endpunkt einer Strecke, sodass nicht einmal Google selbst den vollständigen Weg eines Fahrzeugs kenne.
Auf seiner Website beschreibt Google, wie man die einmal erlaubte Lokalisierung via GPS wieder rückgängig macht. (ck)