Lesespaß mit der Nigeria-Connection
Die Nigeria-Connection kann durchaus unterhaltsam sein, wenn man sie aus literarischer Sicht betrachtet.
Kaum eine Woche vergeht, in der nicht zumindest eine englischsprachige E-Mail eintrifft, die angeblich aus Afrika stammt und dem Empfänger viele Millionen Dollar verspricht. Man soll dabei behilflich sein, einen größeren Betrag außer Landes zu schaffen. Die so genannte Nigeria-Connection appelliert wie gewohnt an die Gier unbedarfter Internet-Nutzer. Es ist fast unnötig zu erwähnen, dass der Empfänger kein Geld zu erwarten hat, sondern abgezockt werden soll, indem man zunächst als Vertrauensbeweis oder Vorschuss Geldbeträge von ihm verlangt.
Wer bereits Dutzende solcher E-Mails bekommen hat, schwankt irgendwann zwischen der Wut, zugespammt zu werden, und einer gewissen Faszination, dass sich diese eine haarsträubende Geschichte in so vielen Variationen erzählen lässt. So könnte es auch dem Betreiber der Website Nigeria-Connection gegangen sein. Er gibt nicht nur einige grundlegende Informationen zu den Hintergründen dieser E-Mails, sondern leistet auch einen Beitrag zur Kulturhistorie des Internet, indem er insgesamt 309 verschiedene Briefe der Nigeria-Connection veröffentlicht. (mw)