Tandberg Data geht gerichtlich gegen Actidata und ehemalige Mitarbeiter vor [Update]

Tandberg Data hat in Deutschland und Singapur Unterlassungsverfügungen gegen ehemalige Angestellte sowie das Unternehmen Actidata angestrengt.

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Nachdem zum 1. September 2009 mit der Actidata GmbH ein neuer Storage-Anbieter an den Start gegangen ist, der nicht nur mit einem vergleichbaren Produktportfolio, sondern auch einer Reihe ehemaliger Mitarbeiter von Tandberg Data aktiv ist, kontert der ursprünglich aus Norwegen stammende Storage-Konzern mit juristischen Mitteln. So teilte Tandberg am heutigen 8. September mit, dass das Unternehmen bereits am Mittwoch vergangener Woche den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den ehemaligen Geschäftsführer Frank Roszyk angestrengt habe.

Ziel der Unterlassungsverpflichtung sei es, Roszyk bis zum Ende des laufenden Jahres zu untersagen, in irgendeiner Form – selbstständig oder angestellt – für die Actidata GmbH tätig zu werden. Dies gelte laut Tandberg für sämtliche Aktivitäten in Bereichen wie Vertrieb, Marketing, Distribution, Produktentwicklung sowie insbesondere Kooperationen mit Herstellern und Lieferanten. Eine vergleichbare einstweilige Unterlassungsverfügung habe Tandberg zudem am Singapore High Court gegen das Unternehmen Actidata erwirkt. Die Vorwürfe gegen Actidata lauteten auf Missbrauch vertraulicher Informationen, Verleumdung, Verstoß gegen das Urheberrecht und Warenzeichenmissbrauch.

Tandberg Data befindet sich nicht erst seit der Insolvenz zweier norwegischer Konzerngesellschaften zum Jahresbeginn in einem Umstrukturierungsprozess. Bereits kurz nach seiner Ernennung zum neuen CEO im vergangenen Jahr hatte Pat Clarke erste Konsolidierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. So wurde in Abstimmung mit dem Investor Cyrus Capital zuletzt eine neue Holding gegründet, in der Tandberg sämtliche Vertriebsaktivitäten am Hauptstandort in Dortmund bündelte – zunächst noch unter der Leitung von Frank Roszyk. Seit dessen Ausscheiden "auf eigenen Wunsch" führt Andreas Hellriegel die Geschäfte weiter. "Seit der Finanzrestrukturierung im zweiten Quartal dieses Jahres entwickelt sich Tandberg Data fantastisch, die Kehrtwende ist eingeleitet", erklärt CEO Pat Clarke. "Darüber hinaus ist es uns gelungen, kompetente neue Mitarbeiter zu gewinnen und diejenigen Mitarbeiter zu ersetzen, die das Unternehmen verlassen haben", ergänzt der Tandberg-Chef.

Update

In der Auseinandersetzung zwischen der Tandberg Data GmbH und Frank Roszyk habe das zuständige Landgericht Hamm keine "Einstweilige Verfügung zur Durchsetzung eines wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruchs" erlassen, wie Roszyk inzwischen in Reaktion auf die Darstellung von Tandberg Data gegenüber heise resale erklärte. Im Rahmen der mündlichen Verhandlung am 2. September sei lediglich ein Vergleich geschlossen worden, der Roszyk verpflichte, während der Restlaufzeit seines Angestelltenverhältnisses bei Tandberg Data keine selbständige oder unselbständige Tätigkeit für die Actidata GmbH in den Bereichen Vertrieb, Verkauf, Marketing sowie Produktentwicklung aufzunehmen. "Ausdrücklich davon ausgenommen sind jedoch Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Finanzierung von Actidata", ergänzt Roszyk. Auch seien in Singapur weder gegen Actidata noch gegen Frank Roszyk gerichtliche Beschlüsse oder Verfügungen erlassen worden. (map)