SchĂĽler entwerfen Mikrochips

Beim zweiten VDE-Wettbewerb "Invent a chip" sind Wissen, Ideen und Ausdauer gefragt.

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Von
  • Angela Meyer

Mikrochips sind überall: Sie haben die Computertechnik revolutioniert, ermöglichen Mobiltelefonie, steuern ABS und Airbag im Auto oder schaffen verbesserte Behandlungsmöglichkeiten in der Medizin. Um Schülerinnen und Schüler für die Mikroelektronik und ihre Anwendungsmöglichkeiten zu begeistern, hat der VDE jetzt ein weiteres Mal den bundesweiten Wettbewerb Invent a Chip gestartet. "In einer weltweit einmaligen Aktion versetzen wir Schüler und Schülerinnen in die Lage, ihren eigenen Chipentwurf umzusetzen", sagte Professor Erich Barke, wissenschaftlicher Leiter des Projekts und Dekan des Fachbereichs Informatik der Universität Hannover. Die Teilnahme der Lehrerinnen und Lehrer als Betreuer der Schüler-Teams und zum Erfahrungsaustausch, wie sich Zukunftstechnologien im Unterricht vermitteln lassen, ist in diesem Schulwettbewerb ausdrücklich erwünscht. Vom VDE zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterialien zur Mikroelektronik sollen dazu beitragen, dass der Wettbewerb in den laufenden Unterricht eingebaut werden kann.

Wie beim ersten Mal begeben sich die Jugendlichen beim Beantworten eines Fragebogens auf einen Streifzug durch die Welt der Mikroelektronik -- von den ersten Anfängen der "integrierten Schaltungen" in den fünfziger Jahren über moderne Entwicklungs- und Produktionsmethoden bis hin zu innovativen Anwendungen in der Informationstechnik, Medizin oder Energietechnik. Bereits in dieser ersten Wettbewerbsrunde winken Preise wie Laptops und Organizer.

Für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler geht es danach erst richtig los: Sie können sich einzeln oder im Team für die zweite Wettbewerbsrunde, die Praxisphase, qualifizieren, indem sie eine eigene Idee für einen innovativen Mikrochip oder eine pfiffige Anwendung austüfteln. So erhalten insgesamt zehn von einer Jury ausgewählte "Forscher & Entwickler"-Teams die Möglichkeit, ihre Ideenskizze mit professionellen Entwicklungsmethoden in einen funktionsfähigen Chipentwurf umzusetzen. Unterstützt werden sie dabei von Experten des Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme der Universität Hannover. Die Wissenschaftler führen die Jugendlichen in einem Workshop insbesondere in die komplexe Entwicklungs-Software ein und begleiten sie über die Dauer des Projekts. Die drei gelungensten und originellsten Entwürfe für einen Chip werden tatsächlich mit moderner Silizium-Technologie produziert.

Diejenigen, die nicht ganz so tief in die Technik einsteigen wollen, können sich auch mit einer Chip-Idee in der Kategorie "Marketingexperte" bewerben. Ebenfalls zehn von einer Jury ausgesuchte Teams oder Einzelkandidaten sollen -- nach Vorbereitung durch ein vom VDE veranstaltetes Trainingsseminar -- ihre Idee für einen neuartigen Chip möglichst ansprechend und überzeugend präsentieren. Die drei Chips sowie die drei besten Präsentationen werden auf dem VDE-Kongress MICRO.tec am 14./15. Oktober 2003 in München vorgestellt. (anm)