Branchenverband sieht ITK im Aufwind

Die Unternehmen der ITK-Branche blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Probleme bei der Finanzierung und die schlechte Zahlungsmoral könnten eine generelle Trendwende jedoch gefährden.

vorlesen Druckansicht 19 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

"Vieles deutet darauf hin, dass wir im ITK-Sektor die Krise weitgehend hinter uns haben", hat Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer heute in Berlin verkündet. Der Branchenverband sieht konkrete Anzeichen für einen konjunkturellen Aufschwung, nachdem der Bitkom-Index inzwischen wieder 18 Punkte gestiegen sei und nun knapp über dem auf die Gesamtwirtschaft bezogenen Ifo-Index liege. Unter den Mitgliedern des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien mache sich demzufolge zunehmender Optimismus breit: 40 Prozent gaben im Rahmen einer aktuellen Umfrage zu verstehen, dass sie 2009 mit steigenden Umsätzen rechnen. Eine generelle Trendwende erwartet eine Dreiviertelmehrheit der Unternehmen jedoch erst im Verlauf des nächsten Jahres.

Kritisch beurteilt der Bitkom aber nach wie vor die Finanzierungssituation der Unternehmen. Um die notwendigen Investitionen – zu den viele ITK-Firmen trotz der Krise bereit seien – schultern zu können, müsse die Versorgung der Branche mit Krediten verbessert werden, fordert der Verband. In diesem Zusammenhang lobte Bitkom-Präsident Scheer allerdings ausdrücklich die von der Bundesregierung gestarteten Initiativen, die Kreditvergabe zu erleichtern und Kreditversicherer zu unterstützen. Das Konjunkturpaket II sieht Hilfen bis zu 17,5 Milliarden Euro vor. Nun sollten auch die Banken ihren Beitrag leisten, eine drohende Kreditklemme abzuwenden, appellierte Scheer.

Eine konkrete Gefahr für die Branche erwachse aus der schlechten Zahlungsmoral vieler Auftraggeber – Bitkom-Präsident Scheer nahm hier insbesondere die öffentliche Hand in die Pflicht: "Die Politik entwickelt einerseits ein Konjunkturprogramm, das Milliarden in den öffentlichen Bereich pumpt, und andererseits werden die Rechnungen nicht bezahlt." Eine solche Situation sei nicht hinnehmbar. Unterdessen zeigen aktuelle Studienzahlen des Informationsdienstleisters D&B, dass sich die allgemeine Zahlungsmoral hierzulande im August wieder leicht gebessert habe. Der D&B-Zahlungsindex stieg zuletzt wieder auf 78,72 Prozent (Anteil der Unternehmen, die ihre Rechnungen pünktlich bezahlten) und nähert sich damit dem Niveau vom März 2009 an. (map)