France Télécom meldet Rekordverlust

Der hoch verschuldete französische Telecomkonzern France Télécom (FT) hat das Geschäftsjahr 2002 mit dem größten Verlust in der französischen Wirtschaftsgeschichte abgeschlossen.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Der hoch verschuldete französische Telecomkonzern France Télécom (FT) hat das Geschäftsjahr 2002 mit dem größten Verlust in der französischen Wirtschaftsgeschichte abgeschlossen. Wie das Unternehmen in Paris mitteilte muss es wegen Abschreibungen auf internationale Beteiligungen einen Nettoverlust von 20,7 Milliarden Euro hinnehmen. Der bisher größte Verlust eines französischen Unternehmens übertrifft bei weitem das Vorjahres-Minus von 8,3 Milliarden Euro.

Die Abschreibungen und außergewöhnlichen Kosten von insgesamt 18,3 Milliarden Euro betrafen in erster Linie den italienischen Mobilfunk-Betreiber Wind (1,6 Milliarden Euro), die Filiale Equant (4,4 Milliarden Euro) und die Mobilfunk-Filiale Orange Suisse.

Trotzdem verbreitet der Konzern Optimismus: Das operative Ergebnis verbesserte sich um 30,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBIDTA) liegt, wie bereits angekündigt bei 14,9 Milliarden Euro -- das entspricht einer Steigerung um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Umsatz konnte der Konzern um 8,4 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro steigern.

Bereits im Vorjahr hatte France Télécom überteuerte Zukäufe, zu denen auch die deutsche Telefongesellschaft MobilCom gehörte, mit dem Rekordbetrag von 10,2 Milliarden Euro abschreiben müssen. France Télécom-Chef Thierry Breton will den Schuldenberg von 68 Milliarden Euro bis 2005 um etwa 30 Milliarden Euro reduzieren und in den nächsten drei Jahren 22.000 Stellen streichen. (wst)