Sampo zeigt Grundig die kalte Schulter

Die deutsche Traditionsfirma verhandelt jetzt mit dem tĂĽrkischen Beko-Konzern ĂĽber eine Rettung in letzter Minute.

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Von
  • Torge Löding

Die groß angekündigte Übernahme des deutschen Elektronik-Traditionsunternehmens Grundig durch den taiwanischen Elektrokonzern Sampo ist nun doch gescheitert. Damit ist die Rettung des angeschlagenen deutschen Unternehmens in Frage gestellt. Nun verhandelt Grundig mit dem türkischen Unternehmen Beko Elektronik; eine Absichtserklärung über eine mehrheitliche Übernahme wurde bereits unterzeichnet.

Ein Scheitern zwischen Grundig und Sampo hatte sich bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet, nachdem Sampo-Chairman Felix Chen und der Grundig-Aufsichtsratsvorsitzende Anton Kathrein noch Anfang Januar öffentlich einen Grundsatzvertrag unterzeichnet hatten. "Es hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen über bestimmte Themen und Fristen letztlich doch zu weit auseinander lagen", zitiert die Financial Times Deutschland Kathrein. Streitpunkte waren die Übernahme von 45 Millionen Euro Kreditschulden, die Sampo ablehnte, und die Sicherung von Pensionsverpflichtungen bei Grundig über 200 Millionen Euro.

Beko gehört zur Koc-Gruppe, einem der mächtigsten Familienkonglomerate in der Türkei. Die Firma zählt seit vergangenem Jahr zu den Interessenten an Grundig.

Grundig hatte in seiner mehr als fünf Jahrzehnte alten Geschichte ein rasantes Auf und Ab erlebt. In Spitzenzeiten beschäftigte die Grundig AG 1979 rund 38.000 Mitarbeiter und verfügte über 30 Werke im In- und Ausland. Damals versäumte das Unternehmen aber den Anschluss an neue Trends und konnte nicht mehr mit der Konkurrenz aus Asien mithalten. Seit Juli 2001 suchte Grundig nach einem starken Finanzpartner. (tol)