Trends bei Videoschnitt-Programmen

Der Markt fĂĽr Videobearbeitung boomt. Auf der CeBIT dreht sich alles um das Thema "real time".

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Von
  • Holger Dambeck

Gute Aussichten für die Hersteller von Videobearbeitungs-Software: Alles deutet darauf hin, dass der Markt weiter überdurchschnittlich wächst. Immer mehr Anwender schneiden ihre eigenen Videofilme am PC. Und der Verkauf von DV-Camcordern nimmt jährlich im zweistelligen Prozentbereich zu. Studien prophezeihen für 2003 weltweit einen Absatz von bis zu 7 Millionen digitalen Videokameras; im Jahr 2000 gingen rund 4 Millionen Geräte über den Ladentisch (Quelle: Jon Peddie Research).

Beim Videoschnitt können Anwender inzwischen aus dem Vollen schöpfen. Die Auswahl an Software ist groß; selbst Einsteigerprogramme haben Dutzende Effekte an Bord und brennen den fertig geschnittenen Film per Knopfdruck auf DVD oder Video-CD. Microsoft will mit dem kräftig renovierten und kostenlosen Movie Maker 2 ebenfalls mitmischen -- die Windows-XP-Anwender freuts, die Softwarehersteller eher nicht. Auf der CeBIT sind längst nicht alle namhaften Firmen präsent. Adobe, dessen Programm Premiere im Profibereich immer noch die Messlatte vorlegt, hat kurzfristig abgesagt; auch Avid stellt nicht aus. Die Hersteller von Consumerlösungen sind hingegen mehrheitlich vertreten.

Dank immer flotterer Rechner heißt der aktuelle Trend im Videoschnitt Echtzeit. Während man früher einen fertig geschnittenen Film vor der Ausgabe erst noch rendern musste, berechnen moderne Programme heutzutage Effekte und 3D-Blenden in Echtzeit. Bestes Beispiel dafür ist MediaStudio 7 des taiwanischen Herstellers Ulead (Halle 6, Stand H46). Das auf der CeBIT erstmals präsentierte Profipaket beherrrscht außerdem die direkte Aufnahme im komprimierten MPEG-Format, ebenso wie sein kleiner Bruder das Einsteigerprogramm VideoStudio 7.

Auch Pinnacle Systems (Halle 6, Stand G20) setzt auf Echtzeit und kündigt eine "innovative Weiterentwicklung im semiprofessionellen Segment" an, die neben Real-Time-Encoding noch DVD-Authoring bieten soll. Auch wenn Pinnacle vorab keinen Produktnamen nennen wollte, kann es sich dabei nur um Edition DV 5 handeln. Daneben wird Pinnacle zwei neue externe Videoschnittlösungen vorstellen, die analoges und digitales Quellmaterial über USB beziehungsweise FireWire an den PC weiterreichen -- in Echtzeit natürlich.

Darüber kann man beim taiwanischen Hersteller Cyberlink (Halle 22, Stand A46) nur müde lächeln. Das Program PowerDirector Pro, das in einer überarbeiteten Variante 2.55 vorgestellt werden soll, beherrscht die Echtzeitaufnahme in MPEG schon länger. Cyberlink wird auf der CeBIT außerdem Version 2 seines Einsteigerprogramms PowerProducer präsentieren.

Der deutsche Hersteller MainConcept stellt zwar nicht auf der CeBIT aus, will jedoch anlässlich der Messe den runderneuerten MainActor 5 fertig stellen. Neu sind eine automatische Szenenerkennung und die Echtzeitkomprimierung in MPEG-2. Ebenfalls keinen Messestand gebucht hat der Berliner Multimediaspezialist Magix und Aist aus dem bayrischen Ampfing. Magix hat eine überarbeitete Version von Fotos auf CD & DVD 2.0 angekündigt. Aist wird Mitte März den Verkauf des 5 Euro teuren Videoschnittprogramms Movie X one einstellen und sich künftig auf Effekt-, Compositing- und Schnitt-Software konzentrieren. (hod)